09.04.2017 14:59 |

"Größte Bedrohung"

US-Kriegsschiffe auf dem Weg nach Nordkorea

Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump China mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht, jetzt scheint er seinen Worten Nachdruck zu verleihen: Vor dem Hintergrund der "größten Bedrohung" durch das Atomprogramm Nordkoreas hat Trump eine Flugzeugträgergruppe und Kriegsschiffe in Richtung der koreanischen Halbinsel entsendet. Die Maßnahme dürfte die Spannungen im Westpazifik weiter verschärfen.

Es handle sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme, um die Präsenz und Bereitschaft in der westlichen Pazifikregion zu stärken. "Wir haben das Gefühl, dass eine verstärkte Präsenz nötig ist", sagte ein Armeesprecher am Samstag. Die größte Bedrohung in der Region stelle nach wie vor Nordkorea durch sein "rücksichtsloses, unverantwortliches und destabilisierendes" Raketen- und Atomprogramm dar, sagte Dave Benham vom US-Kommando in der Pazifikregion.

6000 Mann arbeiten alleine auf der USS Carl Vinson
Zu der Flugzeugträgergruppe gehören die USS Carl Vinson der Nimitz-Klasse, ein Kampfflugzeug-Geschwader, zwei Lenkwaffenzerstörer und ein Kreuzer. Die USS Carl Vinson, benannt nach einem früheren US-Abgeordneten und 1982 in Dienst gestellt, ist das Flaggschiff der Kampfgruppe.

Das Schiff ist gut 300 Meter lang, bietet Platz für 90 Flugzeuge und Hubschrauber und hat - unter Einschluss von Flugzeugpersonal - eine Besatzung von mehr als 6000 Menschen. Der Flugzeugträger kam unter anderem im Zuge von Operationen gegen den Irak und in Afghanistan zum Einsatz. 2011 wurde die Leiche von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden von der USS Carl Vinson aus im Meer versenkt.

Ursprünglich sollten der Flugzeugträger und seine Begleitschiffe in Australien haltmachen. Stattdessen legte die Gruppe in Singapur ab und nahm Kurs auf den westlichen Pazifischen Ozean.

Nordkorea unterhält trotz umfassender Sanktionen seit Jahren ein Atomwaffenprogramm. Seit 2006 hat das Land insgesamt fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Experten gehen anhand von Satellitenaufnahmen davon aus, dass derzeit ein sechster Test vorbereitet werden könnte.

Langstreckenraketen mit Atomsprengköpfen
Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. US-Geheimdienstbeamten zufolge könnte Pjöngjang in weniger als zwei Jahren einen Atomsprengkopf entwickeln, der das US-Festland erreichen könnte.

Trump hatte zuletzt gedroht, die USA seien notfalls zu einem Alleingang bereit, wenn China im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm nicht den Druck auf Pjöngjang erhöht. Angesichts des jüngsten US-Angriffs auf eine syrische Luftwaffenbasis als Reaktion auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff vor wenigen Tagen erscheinen die Drohungen gegen Nordkorea zunehmend glaubhafter.

Nordkorea droht mit "erbarmungslosem Schlag" gegen die USA
Nordkorea wiederum hatte gedroht, zu einem "erbarmungslosen Schlag" bereit zu sein, falls das Land von den USA provoziert werde. Die Führung in Pjöngjang hatte zuletzt den US-Raketenangriff in Syrien mit scharfen Worten kritisiert und als Beleg für die Notwendigkeit seines eigenen Atomprogramms bezeichnet. Die "Wirklichkeit" zeige, "dass wir Stärke mit Stärke gegenübertreten müssen", hieß es von Außenministerium in der nordkoreanischen Hauptstadt. Analysten hatten erklärt, der US-Luftangriff in Syrien habe eine klare Botschaft an Nordkorea enthalten, dass die US-Regierung nicht vor einer militärischen Option zurückschrecke.

EU weitet Sanktionen gegen Nordkorea aus
Am Donnerstag hatte bereits die EU ihre Sanktionen gegen Nordkorea ausgeweitet. Künftig sind EU-Firmen Investitionen in die nordkoreanische Industrie, die mit konventioneller Rüstung zu tun haben, untersagt, teilte der EU-Rat mit. Geschäfte mit metallverarbeitenden Betrieben sowie IT-Dienstleistern, der Luftfahrtbranche, der chemischen Industrie, Bergwerken und Raffinerien Nordkoreas sind nicht mehr erlaubt. Außerdem wurden mehrere Personen mit Einreiseverboten und Kontensperrungen belegt.

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