Crans-Montana

Anwälte: Morettis wollen nichts verbergen

Ausland
27.02.2026 17:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Fast zwei Monate nach dem verheerenden Feuerinferno in Crans-Montana haben sich die Anwältin und Anwälte des Betreiberpaars Moretti wieder zu Wort gemeldet. Sie wollten für die Wahrheit kämpfen, sagten sie am Freitag in einem Interview. Ermittlungsergebnisse würden nämlich selektiv und parteiisch veröffentlicht werden, kritisierten sie.

„Sie tragen zu dem Eindruck bei, dass die Morettis bestimmte Dinge verbergen wollen, was völlig falsch ist“, sagte Anwalt Patrick Michod zur Walliser Tageszeitung „Le Nouvelliste“. Die wichtigste Wahrheit sei, dass das Drama ein Unfall gewesen sei. „Und wenn wir von einem Unfall sprechen, bedeutet das, dass niemand diese Tragödie gewollt hat (...). Das bedeutet nicht, dass keine Verantwortung festgestellt werden muss, aber es bedeutet, dass dieses Drama unbeabsichtigt war“, sagten Michod, Yaël Hayat und Nicola Meier.

Man wolle auch die Verantwortung anderer Personen beleuchtet sehen, ergänzte Meier. Emotionen seien legitim, „aber sie dürfen nicht auf Kosten der Vernunft zum Schwerpunkt werden“, sagte Hayat weiter. Einige Anwältinnen und Anwälte von Opfern hatten nach der Brandkatastrophe eine strafrechtliche Verfolgung der Morettis wegen vorsätzlicher Tötung gefordert. Das wurde unter anderem mit verschlossenen Notausgängen und dem Verhalten argumentiert. Dass Jessica Moretti mit der Kassa unter dem Arm geflohen sei, ohne den Verletzten Erste Hilfe zu leisten, sei aber eine falsche Darstellung, sagte Hayat.

Die Bar kurz nach der Katastrophe
Die Bar kurz nach der Katastrophe(Bild: EPA/CYRIL ZINGARO)
Gedenken an die 41 Todesopfer
Gedenken an die 41 Todesopfer(Bild: EPA/ALESSANDRO DELLA VALLE)
Andrang vor dem Verhör der Morettis
Andrang vor dem Verhör der Morettis(Bild: EPA/ALESSANDRO DELLA VALLE)

Offen für Gespräche mit Familien
Die Verbreitung falscher Informationen hätte auch zu dem Vorfall vor zwei Wochen beigetragen. Die Eheleute Jacques und Jessica Moretti wurden am 12. und 12. Februar befragt. Als sie das Gerichtsgebäude verließen, fanden sie sich in einer Menschenmenge aus Medienschaffenden und Angehörigen der Opfer wieder, die sie verbal teils anging und als Mörder bezeichnete. Die Morettis hätten seit Beginn des Verfahrens nie die Absicht gehabt, sich zu verstecken, sagten die Anwältin und Anwälte. Das Paar sei trotz der Ereignisse weiterhin offen für Gespräche und Treffen mit den betroffenen Familien, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Die Angehörigen würden klare Antworten wollen. „Jede falsche Information, die in der Presse verbreitet wird, untergräbt jedoch diese Möglichkeit: Sie lenkt den Verdacht unnötigerweise auf das Verhalten von Jacques und Jessica Moretti, die bei den Ermittlungen voll und ganz kooperieren. Jedes Mal, wenn eine falsche Information widerlegt werde, zerstöre dies das Vertrauen in die Ermittlungen selbst“, sagte Michod. Das Verfahren wird laut ihm wohl mindestens fünf Jahre dauern, da sehr viele Menschen daran beteiligt sind.

Bei der Katastrophe in dem Schweizer Skiort kamen 41 Menschen ums Leben. 119 weitere wurden verletzt, viele von ihnen werden immer noch mit schweren Brandverletzungen in Krankenhäusern behandelt. Das Feuer war von einer sogenannten Partyfontäne auf Sektflaschen ausgelöst worden. Die sprühenden Funken kamen der Decke der Bar zu nahe. Anschließend kam es zu einer schnellen Entzündung aller brennbaren Materialien in dem Raum.

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