Mi, 15. August 2018

Spender gesucht

09.12.2016 17:33

Max hofft auf ein Weihnachtswunder

Septische Granulomatose - das ist eine teuflische Erbkrankheit, die unbehandelt zum Tod führt. Und die extrem selten ist. Daher ist dieser Schicksalsschlag fast unfassbar: Bei einer steirischen Familie sind gleich zwei Söhne davon betroffen. Max braucht dringend einen Stammzellenspender!

Die drei Buben sind wirklich herzig. Zwei, drei, vier Jahre alt, lebhaft, fröhlich, übermütig, drei Sonnenscheine. Den Eltern merkt man an, wie sehr sie ihre drei lieben. Und wie sehr sie sich bemühen, ihre großen Sorgen vor den Kleinkindern zu verbergen.

Vor gut einem Jahr hat es plötzlich angefangen. Der Kleinste, der Benedikt, war auf einmal viel und oft krank, hat schwer Luft bekommen, war schlecht beinand’. Die Diagnose kam einem Sturz vom heilen Familienleben in bodenlose Tragik gleich. Septische Granulomatose. Das ist eine Erbkrankheit, bei der Teile der weißen Blutkörperchen, die einen Beitrag zur Immunabwehr erfüllen, nicht funktionieren. Eine Diagnose, die bei Nichtbehandlung ein Todesurteil bedeuten könnte.

Bruder Benedikt fand einen Spender - Max sucht noch
In Benedikts Fall wurde zum Glück rasch ein passender Spender gefunden. "Sein eigenes Immunsystem wurde durch Chemotherapie quasi abgetötet", schildert die Mama. "Und durch die neuen, gesunden Stammzellen aufgebaut." Benedikt ist noch blass, kann noch nicht absolut normal leben - aber er gilt als gesund. Geheilt. Grenzenlose Erleichterung.

Der nächste, nicht fassbare Schock: Auch Maximilian, der Dreijährige, hat die Krankheit. Doch für ihn passt bislang kein Spender!

"Bitte lassen Sie sich registrieren!", appellieren die Eltern. Das ist einfach, das Spenden, sollte man infrage kommen. Bitte tun Sie es! Es geht um Menschenleben.

"Spender müssen unter 45 sein - die Erfolgsrate ist hoch!"
Wie lauft eine Stammzellenspende ab? Wer kann sich registrieren lassen? Was passiert, wenn man als Spender passt? Das weiß Prof. Peter Schlenke, Leiter der Blutbank der Uniklinik.

Herr Professor, es gibt ja eine Stammzellenspendendatei, wie schaut die aus?
In der Steiermark sind in diesem Register ca. 15.000 Menschen verzeichnet, in Österreich 60.000, weltweit 26 Millionen. Wenn also jemand einen Spender sucht, dann passiert das zuerst national, dann international. Das ganze Verfahren kann Wochen dauern.

Wer kann sich registrieren lassen?
Grundsätzlich jeder Gesunde zwischen 18 und 45 Jahren bis 110 Kilo. Infos unter www.goeg.at, Stichwort Stammzellregister.

Die Registrierung ist aber nicht unproblematisch?
Sie sagen es: Weil wir hier an der KAGes-Blutbank nur begrenzte Kapazitäten dafür haben. Und: Weil in Österreich nicht klar ist, wer für die Gewebetypisierung bezahlt! Die kostet gut 50 Euro pro Person, das wird jetzt vielfach über Spenden aufgebracht.

Wie läuft eine Entnahme ab, sollte man als Spender in Frage kommen?
Da wird man zirka vier Stunden lang an ein Gerät angeschlossen, das die Stammzellen aus dem Blut filtert. Alternativ können diese auch aus dem Knochenmark entnommen werden, unter Vollnarkose.

Wem helfen die Zellen?
Patienten wie Max mit einer seltenen Erbkrankheit. Aber am häufigsten Menschen mit Blutkrebs.

Die Erfolgsrate bei Granulomatose?
Hoch! Bis zu 90 Prozent.

Christa Bluemel
Christa Bluemel
Claudia Fulterer
Claudia Fulterer

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