Do, 19. Juli 2018

Altenmarkt

28.10.2016 14:30

Steirern winkt der internationale Feuerwehr-Oscar

Einsätze nach Erdbeben in Ecuador und Mittelitalien, ein brennendes Schiff in Polen, eine heftige Flugzeug-Bruchlandung in Dubai: Die Konkurrenz ist stark für die Freiwillige Feuerwehr Altenmarkt bei St. Gallen. Sie steht mit neun anderen im Finale um die Auszeichnung "Internationales Feuerwehrteam des Jahres 2016".

20. Februar 2016: An diesem Samstag stand die Zukunft einer ganzen Region am Spiel. Um 8 Uhr brach beim Autozulieferer Georg Fischer in Altenmarkt ein Großbrand in der Gießerei aus. "Uns war natürlich bewusst, da geht es um viele Arbeitsplätze", sagt Feuerwehrkommandant Mario Auer. 600 Menschen finden im Werk Arbeit, auch der Großteil der knapp 50 Feuerwehrmitglieder ist hier beschäftigt. Auer: "Das war ein Vorteil, weil wir das weitläufige Betriebsgelände gut kannten."

Ein halbes Jahr vor dem Feuer fand eine Abschnittsübung statt, in der dieses Szenario durchgespielt wurde. "Bereits damals wurde uns bewusst: Die Feuerwehren des Abschnitts würden nicht reichen." So war es auch: Letztlich waren 69 Feuerwehren, zum Teil aus Ober- und Niederösterreich, mit insgesamt etwa 700 Personen im Einsatz. "Alle gingen an ihre Grenzen. Meine Mannschaft war vier Tage fast durchgehend auf den Beinen", sagt Auer.

Werk ging nach zwei Wochen wieder in Vollbetrieb
Der große Einsatz verhinderte viel größeren Schaden am Werk. Wie berichtet, konnte dieses bereits nach zwei Wochen (!) wieder in Vollbetrieb gehen, die Infrastruktur wurde rasch wieder aufgebaut. Die Lebensader der Region schlägt weiter.

Als Lohn ist die Altenmarkter Feuerwehr jetzt für den internationalen Conrad Dietrich Magirus Award - quasi dem Oscar der Feuerwehr-Branche - nominiert, bis 11. Dezember kann man hier für die Steirer abstimmen. Auer: "Wir sehen die Nominierung stellvertretend für alle Kameraden, die mit uns im Einsatz waren."

Daten & Fakten

  • 48 Tonnen Magnesium verbrannten. Um das Feuer zu löschen, wurden 42 Tonnen Löschsand, 15.000 Liter Schaummittel, 360 Kilogramm Metallbrandpulver und 3 Tonnen Emgesal Flux Speziallöschsalz eingesetzt.
  • Der Löschsand konnte nur mittels schweren Atemschutz und Schubkarren zum Brandherd (zirka 3000 Grad Celsius heiß) befördert werden. Die Feuerwehrmänner benötigten 270 Atemschutzflaschenfüllungen.
  • Unterstützt wurden die Feuerwehren von 30 Mitarbeitern des Roten Kreuz.

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