Mo, 10. Dezember 2018

Bauer stellt fest:

12.08.2016 09:30

"Die Milch-Lieferanten hetzen sich oft ab"

Die heimischen Lieferanten riskieren täglich - wie bereits mehrmals berichtet - ihr Leben, um die Tiroler mit dem Grundnahrungsmittel Milch versorgen zu können. Ein Bauer aus dem Unterland schildert nun gegenüber der "Krone", dass zusätzlich zu den Wetter- und Almwegebedingungen auch noch der Zeitdruck, der auf die Lieferanten oft ausgeübt wird, das Gefahrenpotenzial erhöht.

"Ich arbeite täglich mit den Lieferanten zusammen. Sie jammern viel und sind oft einfach nur deprimiert - und zwar zurecht", verdeutlicht Hans Pendl (Name von der Redaktion geändert). Vor allem jene Lieferanten, die bereits zu spät dran sind, lassen ihren Emotionen freien Lauf. "Sie sind angespannt, starren ständig auf das Handy und stehen sehr unter Druck", sagt der Bauer und fügt hinzu: "Vom Unternehmen erhalten sie einen engen Zeitplan. Innerhalb dieser Vorgabe müssen die Sammeltouren absolviert werden. Sind sie einmal - aus welchen Gründen auch immer - zu spät dran, befinden sie sich im Teufelskreis und hetzen sich ab."

"Fahrer werden mit Anrufen bombardiert"

Die Lieferanten müssen in diesen Situationen großem Druck standhalten. "Die einzelnen Bauern, die bereits auf den in Verzug geratenen Fahrer warten, bombardieren diesen mit Anrufen. Folglich sind sie dazu geneigt, während der Fahrt zu telefonieren und mehr aufs Gaspedal zu drücken", schildert der Unterländer, der auch gleich eine Lösung für das Problem parat hat: "Ein Mitarbeiter im Unternehmen sollte die telefonische Korrespondenz mit den jeweiligen Bauern übernehmen, damit sich die Lieferanten rein auf ihre Fahrt konzentrieren können."

Zuschlag an Billigstbieter

Neben dem Zeitdruck ist Hans Pendl auch die Art und Weise, wie die Wege hin zu den Almen errichtet werden, ein Dorn im Auge: "Die zuständige Behörde vergibt die Aufträge stets an den Billigstbieter. Für jene Firmen spielt es keine Rolle, wie es den Fahrern auf der fertigen Straße geht und somit entstehen fast immer nur Wege, die in keinster Weise Lkw-tauglich sind. Das ist eine absolute Frechheit." Sobald eine Straße fertiggestellt ist, wird die Verantwortung dieses Abschnitts dem jeweiligen Bauern übertragen. "Wenn dann ein Unglück passiert, werden wir beschuldigt. Und wenn ein Weg bricht, müssen wir für die Reparatur aufkommen - und das, obwohl wir bei der Auftragsvergabe kein Mitspracherecht haben. Das ist nicht tragbar", sagt Pendl.

"Änderungen nötig"

Seine Lösung? "Der Bestbieter muss das Baulos erhalten, das steht außer Frage. Außerdem sollten endlich die Behörden, Bauern sowie Spezialisten von Erdbaufirmen an einen Tisch kommen, um gemeinsam an Änderungen zu arbeiten", fordert der Unterländer.

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