Fr, 14. Dezember 2018

ORF-"Sommergespräch"

25.07.2016 23:11

Stronach: "Von Mitarbeitern im Stich gelassen"

Der ORF hat am Montagabend mit Frank Stronach die diesjährigen "Sommergespräche" eröffnet. Die Fragen stellte erstmals Moderatorin Susanne Schnabl, die Antworten des Bundesparteiobmanns des Team Stronach fielen wie bei vorangegangenen TV-Auftritten des austro-kanadischen Milliardärs recht eigenwillig aus und hatten mit den Fragen oft wenig zu tun. Einigen seiner Mitarbeiter attestierte Stronach jedenfalls, ihn im Stich gelassen zu haben. "Ich war natürlich ein bisschen enttäuscht, dass Leute dabei waren, die offensichtlich nur wegen des Geldes dabei waren." Derartiges könne aber passieren. Er sei "enttäuscht, aber nicht verbittert".

Seinen Einstieg in die Politik bereut Stronach nicht. "Ich hoffe, dass ich das Denken ein bisschen angeregt habe", sagte er und erneuerte seine Ankündigung, sich spätestens bei der nächsten Nationalratswahl aus der Politik zurückzuziehen. Bis dahin wolle er freilich noch aktiv bleiben: "Bis zu den nächsten Wahlen wird es vielleicht noch Monate oder Jahre dauern - und ich hoffe, dass ich dann noch von Zeit zu Zeit hier sein kann", sagte er auf die Frage, ob dies sein letztes Interview als Parteichef sei.

Stronach sagte auch, dass er sich Sorgen um sein Heimatland mache. "Und ich habe deshalb einen Sanierungsplan entwickelt, der vielleicht sehr wichtig sein wird für Österreich", sagte er mit Blick für seine schon im Juni vorgestellte Bewegung mit dem Titel "Vision für Österreich". Die Frage, ob er damit die Partei fallen lasse, verneinte er.

Stronach: "Wurde nie gut dargestellt"
Schuld am schlechten Abschneiden seiner Partei gab der Austro-Kanadier vor allem den Medien, die alle gegen ihn gewesen seien: "Ich wurde nie gut dargestellt." Das "Sommergespräch" wollte er daher auch dazu nutzen, das Bild der Zuseher von ihm noch einmal zu verbessern: "Es freut mich, dass mich die Leute besser kennenlernen" - und: "Ich habe nur Gutes gemacht", sagte er mit Blick auf seine Leistungen für den Standort Österreich. Nach eigenen Fehlern gefragt, sagte Stronach, ein solcher sei gewesen, dass er "nicht so oft da war".

Zur aktuellen Politik brachte Stronach seine bekannten Konzepte: Die Politik habe sich "selbst lahmgelegt, die streiten nur". Die Wirtschaft funktioniere nicht, daher funktioniere nichts. Zur Terror-Problematik sagte er, es sei für ihn unverständlich, warum Europa nicht schon lange vor Ort in den Krisenregionen eingegriffen und Schutzzonen errichtet habe. Skeptisch gab sich der Magna-Gründer in Sachen Freihandel: Es sei nicht gut, wenn Firmen ihre Produktionsstätten nach Asien verlegen und nichts mehr vor Ort produzieren - das sei "Verrat an den Arbeitnehmern". Gleichzeitig machte er klar, nicht gänzlich gegen Freihandel zu sein.

Will weder Hofer noch Van der Bellen wählen
Für die Bundespräsidentschaftswahl wollte Stronach keine Wahlempfehlung abgeben - und zeigte sich kurzfristig verwirrt, indem er forderte, dass der Präsident direkt vom Volk gewählt werden sollte - was er ohnehin wird. Er werde jedenfalls keinen der beiden Kandidaten wählen - "weil das ganze System passt nicht", so sein Urteil.

Strolz nächster Gast bei "Sommergesprächen"
Am kommenden Montag stellt sich NEOS-Chef Matthias Strolz den Fragen. Den Abschluss macht am 5. September Kanzler und SPÖ-Chef Christian Kern. Vizekanzler und ÖVP-Obmann Reinhold Mittlerlehner ist am 29. August an der Reihe, die Chefs der beiden größten Oppositionsparteien, Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Eva Glawischnig (Grüne), sind für den 8. bzw. 22. August eingeladen.

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