So, 19. August 2018

Krise am LKH-Graz:

06.07.2016 16:08

"Fristlose" für zwei Chirurgen

Zwei Oberärzte der Unfallchirurgie am LKH-Graz wurden fristlos entlassen - ein drastischer Schritt. Einer der beiden Oberärzte hat offenbar Arztbriefe nicht wie vorgeschrieben weitergeleitet, der andere sei einer unerlaubten Nebenbeschäftigung nachgegangen. Gerade der erste Fall könnte für Patienten Folgen haben…

Paul Puchwein, derzeit Leiter der Unfallchirurgie, spricht von einer Krisensituation, die zu raschem Handeln gezwungen habe: "Dass Arztbriefe von einem Oberarzt nicht freigegeben bzw. weitergeleitet wurden, das ist nicht akzeptabel!"

Schaden für Patienten?

150 Stück sind es, die liegen geblieben sind - und zwar seit Februar. Der Arztbrief dient als Kommunikation zwischen den Ärzten, in diesem Fall des Chirurgen mit dem Arzt, der den Patienten eingewiesen hat. Im Arztbrief angeführt sind etwa Medikationen

Dass es zu gesundheitlichen Schäden für Patienten gekommen ist, weil die Arztbriefe liegen geblieben sind, ist nicht wahrscheinlich, kann aber auch nicht dezidiert ausgeschlossen werden. Noch nicht! Die einzelnen Fälle werden nun aufgerollt und geprüft.

Verbotener Nebenjob

Im zweiten Fall wurde die "Fristlose" ausgesprochen, weil der Oberarzt einer verbotenen Nebenbeschäftigung nachgegangen sei. Chirurgen an der Unfallchirurgie dürfen zwar eine Praxis haben - nicht aber in einem Sanatorium operieren.

"Versorgung ist sicher"

Die Unfallchirurgie am LKH ist ja seit Jahren eine Problemabteilung - erst im Vorjahr war ein bekannter Chirurg entlassen worden, der dann die Personalnot in der Abteilung anprangerte.

KAGES-Vorstand Karlheinz Tscheliessnigg und Puchwein gehen davon aus, dass jetzt Ruhe einkehrt. Beide versichern zudem: "Die Versorgung der Patienten ist trotz der Entlassungen gewährleistet. Die Posten werden natürlich nachbesetzt!" Überhaupt sei die Unfallchirurgie noch nie so gut bestückt gewesen wie jetzt.

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