So, 15. Juli 2018

Bis zu 94 km/h

03.07.2016 17:41

Gewittersturm tobte in Innsbruck am stärksten

Schlamm wegschöpfen, abgebrochene Äste verräumen, im schlimmsten Fall den Keller auspumpen - nach der Kaltfront der Tiefs "Pamela" und "Oliane" waren viele Tiroler gestern noch mit dem Aufräumen beschäftigt. Ein Brennpunkt des Gewittersturms vom Samstag war Innsbruck, wo die Böen mit bis zu 94 km/h wüteten. Das ist der Rekordwert in ganz Österreich!

Die Experten der UBIMET haben das verheerende Unwetter, von dem mehrere Bundesländer betroffen waren, penibel ausgewertet. Während Innsbruck bei der Windstärke an der Spitze lag, wurde die Landeshauptstadt in punkto Niederschlag von anderen Orten bei weitem übertroffen. So gab es am Flughafen Innsbruck 54 Liter Regen/m², doch in Bad Zell (OÖ) waren es 132 Liter! "Das entspricht etwa der eineinhalbfachen durchschnittlichen gesamten Regenmenge für den Juli in dieser Region und es ist sogar der doppelte Wert von Wien", sagt Meteorologe Martin Puchegger. Übertroffen wurde Innsbruck auch vom Feuerkogel (OÖ) mit 64 Liter Regen und Aigen im Ennstal (Steiermark, 61 Liter).

65.000 Blitze am Himmel

Die Wucht des Unwetters schlägt sich auch in der Blitzstatistik nieder: "Unser hauseigenes Messsystem hat 64.628 Entladungen in ganz Österreich registriert", sagt Puchegger. Dabei war Tirol aber nur ein Nebenschauplatz, das blitzreichste Bundesland war Niederösterreich (mehr als 26.000 Entladungen).

Hagelmasse im Amraser Tunnel

In Tirol war Innsbruck und Umgebung von der Gewitterfront am schlimmsten betroffen. Beispielsweise der Bereich Amras. "Im dortigen Tunnel kam mir plötzlich eine weiße Masse entgegen, fast wie eine Lawine. Da kapierte ich, dass es Berge von Hagelkörnern waren", sagt ein Autofahrer. In Amras mussten Bewohner eines ganzen Straßenzuges vorübergehend ihre Häuser verlassen. Erst eine rasch errichtete Barriere aus Schaltafeln schützte die Gebäude notdürftig. "Man sah keine zehn Meter weit, es war stockdunkel - wirklich zum Fürchten", staunte eine Anrainerin noch gestern.

Hunderte Einsätze

Insgesamt mussten die Feuerwehren in Innsbruck zu 240 Einsätzen ausrücken, im Bezirk Innsbruck-Land waren es 135 Einsätze. Die Leitstelle Tirol registrierte an die 700 Notrufe. Wie geht es weiter? Heute dürfte die Sonne mit bis zu 28 Grad fast ungetrübt vom Himmel scheinen. Doch schon morgen nähert sich wieder eine Kaltfront - erneut drohen Unwetter!

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