So, 23. September 2018

Gesetz gelockert

27.06.2016 22:48

Fremdtrauben: Rettung für Buschenschankbetreiber

Der Spätfrost hat gut die Hälfte der steirischen Weinernte vernichtet. Viele Bauern stehen vor großen Problemen, vor allem aber die kleineren Buschenschankbetreiber bangen um ihre Zukunft. Damit auch sie 2017 ihren Gästen noch Wein ausschenken können, wurde nun der Zukauf von Fremdtrauben erlaubt.

Ausschließlich ihre hofeigenen Weine und selbsterzeugten Lebensmittel zu verkaufen ist für steirische Buschenschankbetreiber nicht nur Gesetz, sondern auch eine Frage der Ehre. Der Frost Ende April stürzte die Branche aber in eine derart große Krise, dass es für viele nun ums nackte Überleben geht. Landesrat Johann Seitinger reagierte in der Vorwoche mit einem Tabubruch: "Ein beschränkter Zukauf von Trauben aus Österreich ist kurzzeitig möglich", ließ der VP-Politiker seine Leute wissen.

Zukauf nicht bei allen Sorten möglich
Dies bedeutet aber nicht für alle die Erlösung: "Für unser Aushängeschild, den Schilcher, kann ich keine Trauben zukaufen - es gibt sie ja nirgendwo", so Friedrich Klug aus St. Stefan ob Stainz. Auf zwei Drittel seines Weingartens gedeiht der Blaue Wildbacher, normalerweise: "Wenn wir heuer zehn Prozent der Ernte einfahren, freue ich mich."

Georg Winkler-Hermaden, der seinen Betrieb in Kapfenstein schon vor Jahren auf Bioproduktion umgestellt hat, steht vor dem selben Problem: "Der Zweigelt ist unsere wichtigste Sorte, gerade hier beträgt der Ausfall bis zu 80 Prozent. Zukaufen können wir nicht, da es nur ganz wenige Bio-Vertreter gibt."

Winzer Paul Scheucher aus Labuttendorf bleibt zuversichtlich: "2015 war ein sehr gutes Jahr. Der Kunde wird nun einfach die Erfahrung machen, dass auch ein stinknormaler Weißwein nicht nur ganz jung getrunken werden kann, sondern auch nach drei, vier Jahren noch gut schmeckt."

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