Spielfeld

“Niemand wurde kontrolliert”

Steiermark
16.06.2016 09:45

Schwere Vorwürfe erhebt ein zum christlichen Glauben konvertierter Flüchtling aus Syrien, der im Herbst des Vorjahrs nach Österreich gekommen ist, im "Krone"-Gespräch: An der Grenze in Spielfeld habe es damals keinerlei Kontrollen gegeben, Pässe seien weggeworfen, jeder sei durchgewunken worden: "So könnten auch einige Radikale eingeschleust worden sein!"

Der Mann, der mit einer Dolmetscherin in der "Steirerkrone"-Redaktion sitzt, möchte unerkannt bleiben,  wir kürzen auch seinen Nachnamen ab. Mit gutem Grund: Er fürchtet sich, dass seine Aussagen  Racheaktionen provozieren könnten… Herr A. ist 46 Jahre alt, hat vier Kinder, seine Familie lebt im Libanon. Er selbst stammt aus dem Bürgerkriegsland Syrien, hat - wie uns vorgelegte Unterlagen belegen - an mehreren Universitäten Wirtschaft studiert. 2015 zwangen ihn die Kämpfe in seinem Heimatland zur Flucht.

Sein Ziel war Österreich, im Oktober war er einer von Zehntausenden, die die weiß-grüne Grenze in Spielfeld passierten. "Ich hatte alle Dokumente, meinen Pass mit - aber keiner fragte mich danach", war A., der vom islamischen zum christlichen Glauben konvertierte, bei seiner Ankunft in der Steiermark völlig überrascht.

Überraschung Nummer zwei: "Es wurden auch keinerlei Gepäckskontrollen durchgeführt, da hätte jeder alles mitbringen können." Polizisten seien weit und breit nicht zu sehen gewesen. Dass ausschließlich Kriegsflüchtlinge unter den Einreisenden waren, bezweifelt er: "Ich kenne die syrischen Dialekte, gehört habe ich allerdings keinen."

Sicherheitsrisiko

Der 46-Jährige befürchtet, dass auch Radikale eingeschleust worden seien: "Das Sicherheitsrisiko wird in Österreich unterschätzt." Kritik übt der Flüchtling, der in mehreren Heimen in der Steiermark untergebracht war und nun in Graz lebt, auch an unserem Sozialsystem: Asylwerber würden das ihnen zur Verfügung gestellte Bargeld häufig in die Heimat schicken, "und was dort damit geschieht, kann keine österreichische Behörde kontrollieren!"

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