Seit dem katastrophalen Hochwasser im Juni 2013 flossen in Kössen Millionenbeträge in den Hochwasserschutz. Für 100-prozentige Sicherheit braucht es aber Überflutungsräume im Hagertal oberhalb des Ortes. Nun beginnen die Gespräche mit den rund 60 Grundeigentümern, ihre Felder werden im Ernstfall geflutet.
"Wir brauchen das Projekt Hagertal. Es wird nicht in der Schublade verschwinden", betont Kössens Vize-BM Herbert Exenberger (er vertritt den auf Reha befindlichen Ortschef Vinzenz Schlechter). Seit dem Trauma von 2013 ist viel passiert: "Das Baulos III steht vor dem Abschluss. Dämme und Retentionsflächen wurden errichtet, das letzte Pumpwerk ist in Bau", schildert Exenberger.
Erst Hagertal-Prjojekt nimmt alle Sorgen
Völlig ohne Sorgen schlafen werden viele Kössener aber erst, wenn die Großache durch Überflutungsflächen im Hagertal gebändigt ist. 250 Hektar Fläche werden dafür benötigt (180 davon auf Kirchdorfer Gebiet, 70 auf Kössener).
Gespräche starten
Der Ablauf? "Jetzt sammeln wir die Anliegen der Bauern - und das nötige Grundzusammenlegungsverfahren wird durchgeführt", erläutert Anton Fuchs, Leiter der Agrarbehörde im Landhaus, die Neuaufteilung der Felder. Von einer Variante mit einem 20 Meter hohen Damm ist man inzwischen abgekommen. Stattdessen werden mehrere "Becken" entstehen, die im Ernstfall große Mengen Wasser zurückhalten können. "Erst wenn endgültig klar ist, ob Höfe und Gebäude betroffen sind, können wir auch über ein Entschädigungsmodell reden", präzisiert Fuchs. Auf die Höhe der Entschädigungen im Überflutungsfall sind auch die Bauern gespannt.
Was passiert mit neuem Stadl?
Beispielsweise Franz Werlberger (3,3 Hektar Grundbesitz): "Ich habe in den vermutlich betroffenen Flächen einen neuen Stadl um rund 50.000 Euro gebaut, dort sind auch Heu und Maschinen gelagert. Was bekomme ich dafür im Ernstfall?" Dem gigantischen Schutzprojekt steht Werlberger wie viele andere Bauern prinzipiell aufgeschlossen gegenüber. Ernst Schweiger, Obmann der Großachengenossenschaft, erklärt: "Jetzt bekämen wir Hilfe aus dem Katastrophenfonds, doch dann soll es fixe Sätze geben."
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