So, 26. Mai 2019
20.01.2016 10:56

Behörden untätig?

Tierheim klagt: Kein Geld für Hoarding-Hunde

Nach einem schweren Fall von Animal Hoarding in Grünburg in Oberösterreich hat das Tierparadies Schabenreith auf Bitten der Behörden sechs Hunde und fünf Kaninchen übernommen. Insgesamt mussten mehr als 50 schwer vernachlässigte Hunde, Katzen, Hasen und Meerschweinchen befreit werden - mit den Kosten fühlt sich das Tierparadies jetzt aber alleine gelassen.

36 Hunde, alle auf engstem Raum in einem Haus eingesperrt, ohne jemals Auslauf zu bekommen, im eigenen Kot liegend. Im Stall etliche Pferde zusammengepfercht. Unzählige vernachlässigte Katzen, Kaninchen, Schildkröten, Bartagamen und Papageien vervollständigen das schreckliche Bild. Unter der Leitung der zuständigen Amtstierärztin befreiten zahlreiche Helfer die Tiere aus dem völlig verdreckten Anwesen im Bezirk Kirchdorf an der Krems.

Plötzlich sechs statt drei Hunde
Doch die geretteten Vierbeiner müssen auch irgendwo untergebracht werden - ein Appell an die umliegenden Tierschutzvereine und Tierheime folgte. Das Tierparadies Schabenreith sollte eigentlich nur drei Hunde aufnehmen, so Mitarbeiter Peter Hiess: "Diese sollten sich angenlich mit Menschen und anderen Hunden gut vertragen. Bei der Abholung waren es aber plötzlich sechs Hunde - alle total schmutzverkrustet, verfloht, verwurmt, und noch dazu bissig und verängstigt." Auch fünf Kaninchen hat die Einrichtung übernommen.

Tiere sind in schlimmen Zustand
Vor allem die Hunde sind in einem sehr schlechten Zustand", berichtet Hiess. "Sie müssen dringend tierärztlich untersucht und behandelt, zudem auch noch kastriert werden. Sicherlich ist auch noch einiges an Zuneigung und Geduld notwendig, bis sie mit der neuen Situation zurechtkommen und Vertrauen fassen, bevor wir sie dann an gute Plätze vermitteln können." Die elf Tiere sind nun sicher untergebracht - aber mit den Kosten für Futter, die veterinärmedizinischen Behandlungen und die Adaptierung der Unterkünfte fühlt sich das Tierparadies alleine gelassen.

Keine Unterstützung aus öffentlicher Hand
"Obwohl wir mit mittlerweile 400 Schützlingen ohnehin schon stark ausgelastet sind, können wir uns in diesem Fall absurderweise keinerlei Unterstützung aus öffentlicher Hand erwarten", ärgert sich Hiess. Dafür sorgt der Amtsschimmel: Da die Besitzerin letztendlich der Abnahme ihrer Tiere durch die Amtstierärztin zugestimmt hatte - zumindest so lange, bis wieder erträgliche hygienische Verhältnisse in dem Haus hergestellt sind -, handelt es sich nicht um eine "Abnahme" beziehungsweise "Beschlagnahmung" im Sinne des Bundestierschutzgesetzes. "Daher fühlt sich das Land Oberösterreich gemäß der Tierverwahrvereinbarung mit dem Tierparadies Schabenreith auch nicht für die Mehrkosten für die übernommenen Tiere zuständig", so Hiess.

"Wir brauchen dringend Hilfe!"
Das Tierparadies appelliert daher jetzt an alle tierlieben "Krone"-Leser, denn Hilfe wird dringend gebraucht. Hiess: "Um diese neue finanzielle Belastung zu verkraften und dafür sorgen zu können, dass alle Tiere gut versorgt sind, brauchen wir dringend Unterstützung. Übrigens sind wir auch Träger des österreichischen Spendengütesiegels."

Sie möchten helfen?
Spendekonto: Bawag, IBAN: AT22 1400 0467 1040 9714, BIC: BAWAATWW. Infos erhalten Sie unter office@tierparadies.at.

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