Fr, 17. August 2018

Tragikomödie

30.12.2015 13:04

"Familienfest": Eskalation am Esstisch

Eskalationen bei großen Familienzusammenkünften gab es auf der Leinwand schon oft - legendär in Thomas Vinterbergs "Das Fest" (1998), bitterböse zuletzt in David Schalkos Serie "Altes Geld". Auch in Lars Kraumes tragikomischem Kammerspiel "Familienfest" (Kinostart: 31. Dezember) fliegen schnell die Fetzen. In den Ring steigen Schauspielgrößen wie Hannelore Elsner.

Diese Familie, so scheint es, ist schon lange nicht mehr gemeinsam an einem Tisch gesessen: Zum 70. Geburtstag des gefeierten Pianisten Hannes Westhoff (Günther Maria Halmer) sind die drei erwachsenen Söhne Max (Lars Eidinger) samt Freundin, Frederik (Barnaby Metschurat) mit Partner und Gregor (Marc Hosemann) mit Ehefrau ebenso angereist wie deren Mutter, Hannes' heftig trinkende Ex-Frau Renate (Hannelore Elsner). Letztere hält sich mit Gemeinheiten gegenüber der um Frieden bemühten Stiefmutter Anne (Michaela May) nicht zurück, während Hannes' Boshaftigkeit vor allem gegen seine Söhne gerichtet ist.

Das "Lebenswerk", das der Patriarch da zum runden Geburtstag begutachten muss, sei nämlich mehr als dürftig: Der in dubiose Geschäfte verwickelte Gregor sei ein "Windei", das immer Geld wolle, Frederik ein "Schwuler", der Absolution suche, und Journalist Max ein "Schlaumeier", der nicht wisse, was er will.

Was Hannes und Co. wiederum nicht wissen: Max hat Krebs im Endstadium, und Jenny (Jördis Triebel), die er als seine langjährige Freundin ausgibt, ist tatsächlich eine Krankenschwester, die er unmittelbar vor seiner Ankunft nach einem Schwächeanfall hinter dem Steuer im Spital kennengelernt hat.

Die Kombination aus Geheimnissen, unausgesprochenen Kränkungen und offenen Bösartigkeiten führt schon am Vorabend von Hannes' Geburtstagsfeier zur ersten Eskalation am Esstisch. Und Max' nahender Tod lässt ihn schließlich bei der großen Feier endlich die Konfrontation mit dem Vater suchen, um dessen Anerkennung die Söhne trotz oder gerade wegen jahrzehntelanger Ablehnung so buhlen...

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