29.05.2006 07:33 |

Wahl in Kolumbien

Konservativer Uribe bleibt Präsident in Kolumbien

Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe ist mit deutlicher Mehrheit im Amt bestätigt worden. Wie die Wahlkommission in Bogotá mitteilte, erhielt der 53-jährige konservative Politiker bei der Präsidentschaftswahl 62 Prozent. Der seit August 2002 amtierende Uribe ist der erste kolumbianische Präsident seit einem Jahrhundert, der für eine zweite Amtszeit gewählt wurde.

Auf Platz zwei kam der Mitte-Links-Kandidat Carlos Gaviria mit 22,10 Prozent, gefolgt vom Liberalen Horacio Serpa (11,84 Prozent).

Verfassungsänderung für zweite Amtszeit
Gemäß der Verfassung von 1991 durfte das Staatsoberhaupt nur einmal für vier Jahre antreten, seine Wiederwahl war verboten. Gegen Massenproteste auf der Straße und in den Betrieben hatte Uribe 2004 mit Unterstützung des Parlaments eine Verfassungsänderung durchgesetzt. Die zweite Amtszeit endet 2010.

Hartes Vorgehen gegen Rebellen
Uribe steht in dem Land, das von einem jahrzehntelangen bürgerkriegsähnlichen Konflikt zerrissenen ist, für eine Politik der harten Hand im Kampf gegen linke Rebellen. Ansehen genießt er auch wegen der boomenden Wirtschaft und wegen seines Rufs als kompetenter und unbestechlicher Politiker. Gaviria hingegen hatte sich für einen entschiedeneren Kampf gegen die Armut und damit die aus seiner Sicht wichtigste Ursache für die seit mehr als 40 Jahren andauernde politische Gewalt eingesetzt.

Erneut Entführungen
Trotz des Einsatzes von landesweit 220.000 Soldaten und Polizisten entführten linke FARC-Rebellen in der Provinz Chocó in der Nähe der Grenze zu Panama am Wahltag nach neuen Angaben insgesamt 35 Wahlhelfer. Zunächst war von 16 Entführten die Rede gewesen.