20.05.2006 20:59 |

Wie im 3. Reich

Aufregung um gelbe Bänder für Juden im Iran

Für Aufregung in Israel und bei jüdischen Organisationen sorgen kanadische Zeitungsberichte, wonach ein iranisches Gesetz Juden künftig zum Tragen besonderer Kennzeichen auf der Kleidung zwingen soll. Der jüdische Abgeordnete zum iranischen Parlament, Maurice Motammed, wies unterdessen die Zeitungsberichte "kategorisch" und als "in allen ihren Teilen erfunden und völlig falsch" zurück.

"Es handelt sich um eine Lüge von Leuten, die daraus politisches Kapital schlagen wollen", erklärte Motammed gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP. Er sei Mitglied des Parlaments und sei bei jener Sitzung anwesend gewesen, bei der über eine neue islamische Kleiderordnung abgestimmt worden sei. Dabei seien religiöse Minderheiten mit keinem Wort erwähnt worden.

"Beleidigung des iranischen Volkes"
Die Abgeordneten, die die religiösen Minderheiten vertreten (Juden, Christen und Zoroastristen) seien in allen Ausschüssen vertreten, insbesondere in jenen, die sich mit kulturellen Fragen beschäftigten, so Motammed. Die Information über gelbe Stoffstreifen für Juden sei völlig unbegründet. Es handle sich um eine "Beleidigung des iranischen Volkes und der religiösen Minderheiten des Landes".

Das iranische Parlament hatte am Sonntag einen Gesetzesentwurf angenommen, der die Förderung einer islamischen und iranischen Mode insbesondere für Frauen vorsieht, um einer "kulturellen Invasion" des Auslandes zu begegnen.

Die Zeitungen "National Post" (Kanada) und "Jerusalem Post" (Israel) hatten am Freitag unter Berufung auf das Simon Wiesenthal Center in Los Angeles berichtet, der Majlis habe ein Gesetz gebilligt, das Nicht-Moslems im Iran zwingen soll, farbige Bänder an ihrer Kleidung zu tragen. Juden müssten demnach gelbe, Christen rote und Zoroastristen blaue Stoffstücke tragen.