Zoff im Knast

Revolte in Guantanamo niedergeschlagen

Ausland
19.05.2006 22:00
In dem umstrittenen US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba haben Wachen eine Revolte niedergeschlagen. Mehrere der Gefangenen hätten in einer Gemeinschaftsunterkunft am die Wachen angegriffen und mit Ventilatoren, Lampen und anderen Einrichtungsgegenständen auf sie eingeschlagen, sagte Pentagonsprecherin Cynthia Smith am Freitag in Washington. Die Männer seien festgenommen und in einen Hochsicherheitstrakt in dem Lager gebracht worden.

Der Revolte voraus gingen nach ihren Angaben vier Selbstmordversuche. Drei Männer hätten in einem Hochsicherheitsbereich versucht, sich mit einer Überdosis an Medikamenten zu vergiften. Sie hätten die Arzneimittel zuvor für diesen Zwecke gehortet. Zwei der Männer waren am Freitag noch im Krankenhaus, einer war entlassen worden.

Am Donnerstagabend versuchte ein Gefangener in einer Gemeinschaftsunterkunft mit weniger scharfen Sicherheitsvorkehrungen, sich zu erhängen. "Andere versuchten, die Wachen zurückzuhalten, die den Mann retten wollten", sagte Smith. Die Unruhen seien unter Kontrolle gebracht worden. Am Freitag war es nach Angaben von Smith ruhig in dem Lager.

Auf Guantánamo werden knapp 500 Männer festgehalten, die die USA als Terroristen verdächtigen. Viele von ihnen harren dort bereits seit vier Jahren aus. Gegen internationalen Widerstand weigern sich die US-Behörden, die Leute formell anzuklagen, abzuschieben oder freizulassen.

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