Suizid nach Flucht

US-Dozent tötet Partnerin und Kollegen

Ausland
15.09.2015 13:38
Ein Dozent im US-Staat Mississippi, der zur Geografie von Verbrechen forschte, soll seine Partnerin, einen Kollegen und dann sich selbst getötet haben. Wie die Polizei in der Nacht auf Dienstag mitteilte, wurde die Leiche des 45-jährigen Sozialwissenschaftlers nach den tödlichen Schüssen auf dem Gelände der Delta State University in Cleveland in einem Waldstück gefunden.

Die Universität wurde für zwei Tage geschlossen, eine Feier zu ihrem 90-jährigen Bestehen am Dienstag abgesagt. Nach Polizeiangaben soll Shannon Lamb zunächst seine Lebensgefährtin bei sich zu Hause in dem Küstenort Gautier getötet haben. Dann sei er fast 500 Kilometer weiter nördlich zu seiner Universität gefahren und habe seinen Kollegen Ethan Schmidt, einen Professor für Amerikanische Geschichte, in dessen Büro erschossen. Die Universität warnte sofort alle Studenten und Angestellten vor dem Schützen.

Es folgte eine Verfolgungsjagd bis zum rund 60 Kilometer entfernten Ort Greenville, dann flüchtete Lamb zu Fuß weiter in ein Waldstück. Kurz darauf hörten die Beamten einen Schuss und fanden die Leiche des Dozenten.

Shannon Lamb soll seine Lebensgefährtin und seinen Kollegen Ethan Schmidt getötet haben. (Bild: AP)
Shannon Lamb soll seine Lebensgefährtin und seinen Kollegen Ethan Schmidt getötet haben.
(Bild: AP)
(Bild: AP)

Selbst an der Uni studiert
Laut der Internetseite der Universität hatte Lamb bereits an der Delta State University studiert und dort im vergangenen Jahr seinen Doktortitel erhalten. Zu seinen Fachgebieten zählten Kriminal- und Wirtschaftsgeografie, Sozialkunde sowie die Erstellung von Leistungstests. In einem im vergangenen Jahr erschienenen Buch zu "Amerikas Ureinwohnern in der Amerikanischen Revolution" seines späteren Opfers Schmidt taucht sein Name bei den Danksagungen auf.

Schärferes Waffengesetz scheitert immer wieder
In den USA gibt es immer wieder tödliche Angriffe mit Schusswaffen und Amokläufe, die regelmäßig die Debatte über schärfere Waffengesetze anfachen. Präsident Barack Obama ist für eine solche Verschärfung, scheiterte aber im Kongress bisher am Widerstand vor allem aus den Reihen der Republikaner. Das Recht auf Waffenbesitz ist in der US-Verfassung verbrieft, Schätzungen zufolge befinden sich rund 300 Millionen Schusswaffen in Privathaushalten.

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