Todeszug
Drei Tote bei Zugunfall in der Schweiz
Das Unglück hätte sich leicht zu einer Katastrophe ausweiten können, wenn sich die Bahnleitung nicht für diese Strecke und diese Notbremsung entschieden hätte, erklärten Experten. Auf einer Ausweichstrecke gibt es mehrere unbeschrankte Bahnübergänge.
Warum bei dem Bauzug, der aus einer Zugmaschine, drei Schotterwagen und zwei Materialwagen bestand, die Bremsen versagten, war zunächst nicht bekannt. Der Lokführer und zwei weitere Insassen schlugen über Funk Alarm. Derweil raste der Zug 31 Kilometer über Spiez hinaus in Richtung Thun. Die Bahnstrecke zwischen Blausee im Kandertal und Thun hat ein sehr starkes Gefälle. Nach dem Alarm entschieden sich die Zuständigen des Stellwerks Spiez, den Zug bis Thun rollen und ihn dort auf zwei Bauzüge auffahren zu lassen.
Zwei der drei Todesopfer wurden rund 200 Meter vor der Hauptunfallstelle gefunden. Das dritte Opfer befand sich dort, wo die Züge schließlich zum Stillstand kamen. Der Zug war auf zwei Materialwagen geprallt und hatte diese 200 Meter vor sich her geschoben, bis die Wagen auf einen stehenden Bauzug auffuhren. Ob sich zwei der Männer vor der ersten Kollision noch mit einem Sprung aus dem fahrenden Zug zu retten versuchten, ist unklar. Denkbar sei auch, dass sie beim Aufprall aus dem Bauzug geschleudert wurden, sagte ein Polizeisprecher.
Auf der selben Strecke war Ende April ein deutscher ICE mit etwa 60 Stundenkilometern auf eine Schweizer Doppel-Rangierlok geprallt. Acht Menschen wurden damals leicht verletzt. Der Lokführer der Rangierlok hatte ein Signal überfahren.



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