So, 21. Oktober 2018

Geständnis abgelegt

09.09.2015 14:00

Festgenommener in Thailand übergab Bombenrucksack

Gut drei Wochen nach dem folgenschweren Anschlag in Thailands Hauptstadt Bangkok hat einer von zwei festgenommenen Verdächtigen laut Polizei gestanden, den Rucksack mit der Bombe kurz vor der Detonation an einen anderen Mann übergeben zu haben. Yusufu Mieraili habe am 17. August an einem Bahnhof einen "schweren Rucksack" an den Mann mit dem gelben T-Shirt, der auf Überwachungskamera-Bildern zu sehen ist, ausgehändigt.

Dieser Mann deponierte den Sprengsatz wenig später am Erawan-Schrein, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri am Mittwoch. Mieraili war vergangene Woche festgenommen worden. Er gestand demnach, eine wichtige Rolle bei dem Anschlag übernommen zu haben.

Laut Prawut hätte er nach der Übergabe des Rucksacks selbst zum Schrein gehen und Fotos von der Explosion machen sollen. Weil ihm eine Säule den Blick verstellt habe, sei er aber von dort fortgegangen. Wer den Anschlag organisierte und mit welchem Motiv, dazu äußerte sich der Polizeisprecher auch am Mittwoch nicht.

Verdächtiger besitzt chinesischen Pass
Mieraili war bei seiner Festnahme im Besitz eines chinesischen Passes. Als sein Geburtsort wurde darin die Region Xinjiang genannt, dort lebt die Minderheit der turksprachigen Uiguren. Eine offizielle Bestätigung für Mierailis Nationalität gibt es von den Ermittlern aber nicht.

Nach dem Anschlag, bei dem 20 Menschen getötet und mehr als 120 weitere verletzt worden waren, haben die Behörden zwei Verdächtige festgenommen. Der zweite Mann war in einer Wohnung in einem Vorort von Bangkok festgenommen worden. Bei ihm wurden Materialien zum Bau von Sprengsätzen und Dutzende gefälschte türkische Pässe gefunden, auch er war aber offenbar nicht der Drahtzieher. Die Polizei sucht im Zusammenhang mit dem Anschlag nach zehn weiteren Verdächtigen.

Motiv weiter unklar
Das Motiv für den Anschlag ist weiter unklar. Zu den Hypothesen für die Hintergründe zählt auch ein Racheakt für die Zwangsausweisung von Uiguren nach China.

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