Mi, 26. September 2018

Am Imbachhorn

01.09.2015 09:48

Junger Wolf tappte in die Fotofalle

Er könnte aus Slowenien oder Italien nach Salzburg gewandert sein. Zur Zeit hat sich ein junger Europäischer Wolf sein Revier im Bereich des Imbachhorns in Kaprun ausgesucht. Dort löste er im Bundesforste-Jagdrevier von Norbert Koller die Fotofalle aus. Und durch einen reinen Zufall gelang sogar ein Video.

"Das war wirklich Glück. Wir wollten eigentlich einen Rehbock filmen, aber der ist auf einmal wie der Blitz geflüchtet. Da kam der Wolf ins Bild", erzählt Norbert Koller, Aufsichtsjäger im "Maier-Wald" am Kapruner Imbachhorn. Dass ein Wolf in seinem Revier ist, das wusste Koller. "Zum ersten Mal ist er am 22. Juli in die Fotofalle getappt. Wir haben zwei davon im zirka 800 Hektar großen Gebiet. Doch wir waren uns nicht ganz sicher, denn die Fotos waren sehr unscharf." Mittlerweile hat Koller acht Aufnahmen des jungen Räubers, eine davon ist besonders gut gelungen.

"Es ist der einzige Wolf, von dem wir in Salzburg wissen. Es gibt keinen Hinweis auf Rudelbildung, die jungen Männchen gehen häufig auf Wanderschaft", erklärt Dr. Josef Schöchl, Landesveterinärdirektor. Nachdem 2014 in St. Gilgen ein Tier mit DNA-Spuren identifiziert wurde, weiß man über das Kapruner Exemplar nicht viel. "In den kommenden Tagen wird es eine Begehung geben. Einige Schafe werden vermisst, ein paar wurden gerissen. Ob das wirklich der Wolf war, müssen wir untersuchen", so Schöchl.

Wolf ist streng geschützt
Denn das Thema ist sensibel. Einige freuen sich, dass der Räuber zurück kommt, Jägerschaft und Landwirte sind besorgt. Fest steht, dass der Wolf streng geschützt ist. Tötet er nachweislich Wild- oder Nutztiere, gibt es eine Entschädigung vom Land. "Schauen wir, ob er im Winter noch da ist. Bei der Wildfütterung könnte es dann schwierig werden", so Jäger Norbert Koller, jetzt noch gelassen.

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