19.04.2007 16:39 |

DNA-Spuren

Erstmals Beweise im Mordfall Deubler

Überraschende Wende im dritten Mordprozess im Fall Deubler in Salzburg: Fast drei Monate nach Verhandlungsbeginn ist nun ein Beweis gegen die beiden Angeklagten aufgetaucht. Am Tatort war in der Mordnacht auf 6. Juli 1993 eine Zigarettenpackung gefunden worden, auf der sich DNA-Spuren fanden, die laut Richterin Bettina Maxones-Kurkowski vom Angeklagten Daniel N. stammen sollen.

Bereits in der Tatnacht sei von den ermittelnden Kriminalisten fünf Meter vom Taxi der ermordeten Claudia Deubler entfernt eine Zigarettenpackung der Marke "Lucky Strike" gefunden worden. Damals habe man darauf keine verwertbaren Spuren gefunden, sagte die Richterin.

Im Zuge eines Lokalaugenscheines am Montag dieser Woche habe sie aber nun beschlossen, diese Schachtel noch überprüfen zu lassen, um keine Möglichkeit ungenutzt zu lassen, so die Richterin weiter. Am Dienstag sei sie von der Gerichtsmedizin verständigt worden, dass auf der Abriebkante der Packung DNA-Spuren gefunden wurden, die so gut wie sicher vom Angeklagten Daniel N. stammen. Nur mit einer Wahrscheinlichkeit von ein zu 1,5 Milliarden könnte auch eine andere Person in Frage kommen, so Maxones.

Fast 14 Jahren nach dem Mordfall, für den der Gmundner Peter Heidegger acht Jahre schuldlos im Gefängnis saß, ist daher jetzt erstmals ein Beweis aufgetaucht. Bisher musste das Verfahren in seinem dritten Anlauf und erstmals gegen die beiden Salzburger Angeklagten Tomi S. (30) und Daniel N. (29), das schon seit Ende Jänner 2007 läuft, nur auf Grund von Indizien und der belastenden Aussage von N. geführt werden. Er gestand, dabei gewesen zu sein, wie S. Claudia Deubler völlig unerwartet erschossen habe, nachdem die beiden gemeinsam die Taxilenkerin bei einem Schotterteich in Wals ausgeraubt hatten.

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