Hoher Blutzoll

40 Millionen HIV-Infizierte weltweit

Ausland
03.05.2006 12:39
Das Aktionsbündnis gegen HIV/Aids schätzt, dass weltweit heute 39,4 Mio. Menschen mit HIV infiziert sind. Am dramatischsten ist die Situation in Afrika südlich der Sahara mit 25,4 Mio. Betroffenen. Seit Mittwoch widmet die internationale Konferenz "Aids ist Politik - Positive Verantwortung" dem Thema in Wien Vorträge, Workshops und stellt Strategien gegen die Immunschwächekrankheit vor.

Die Anzahl der Menschen mit HIV ist in den vergangenen Jahren in allen Regionen der Erde gestiegen. In manchen Ländern Osteuropas oder Zentralamerikas hat die Zahl der Neuerkrankungen um bis zu 40 Prozent zugenommen. Allein 4,9 Millionen Menschen haben sich im Jahr 2004 neu infiziert. Im selben Zeitraum sind 3,1 Millionen Menschen an Aids gestorben.

Viele Kinder betroffen
Betroffen sind besonders Kinder. Weltweit wird die Zahl der HIV- Erkrankungen bei den unter 15-Jährigen auf 2,2 Millionen geschätzt, wobei 85 Prozent der Betroffenen in Afrika südlich der Sahara leben. Pro Jahr gibt es etwa 640.000 neu Infizierte.

Viele der etwa 1.800 täglichen Neuansteckungen bei Kindern erfolgen über die HIV-positiven Mütter während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Weniger als fünf Prozent erhalten eine angemessene, medizinische Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten. Aus diesem Grund stirbt etwa die Hälfte noch vor ihrem zweiten Geburtstag. Im Jahr 2004 starben insgesamt über eine halbe Million Kinder an den Folgen von Aids.

Durch die Folgen der Immunschwächekrankheit entsteht aber auch eine Generation von Waisenkindern. Derzeit sind etwa 15 Millionen Kinder davon betroffen. Viele der Waisen werden bei Verwandten untergebracht oder müssen für sich und ihre jüngeren Geschwister selber sorgen.

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