Milliardenverluste

„Russisches Amazon“ in Putins Heimat brennt

Außenpolitik
04.11.2026 10:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der zweitgrößte russische Onlinehändler Ozon hat einen neuen Drohnenangriff auf eines seiner Warenhäuser gemeldet.

In einem Lagerhaus in Adygeisk im Süden Russlands sei in Folge eines Drohnenangriffs ein Feuer ausgebrochen, teilte Ozon am Mittwoch im Onlinedienst Telegram mit. Die Mitarbeiter seien daraufhin in Sicherheit gebracht worden, verletzt wurde demnach niemand. Russland griff umgekehrt in der Nacht wieder zahlreiche Landesteile in der Ukraine an.

Ozon ist nach Wildberries der zweitgrößte Online-Marktplatz Russlands. Beide Unternehmen werden wegen ihrer dominierenden Stellung im schnell wachsenden russischen Onlinehandel häufig mit dem US-Konzern Amazon verglichen.

Lager leichtere Ziel als Militäranlagen
Die Ukraine greift seit Wochen Logistikzentren beider Unternehmen mit Drohnen an. Kiew begründet die Attacken damit, dass das Unternehmen Komponenten an das russische Militär liefere. Russische Lager sind meist leichtere Ziele als schwer gesicherte Militäranlagen. Die Angriffe darauf haben bereits zu wirtschaftlichen Verlusten in Milliardenhöhe geführt.

Bei früheren ukrainischen Drohnenangriffen waren Schäden aus einem Zentrum in Samara und an Logistikzentren in Machatschkala im Süden Russlands gemeldet worden. Betroffen war zudem eine Anlage nahe eines Ozon-Standorts am Stadtrand von St. Petersburg.

Moskau ziele auf Energie-Infrastruktur
Bei den russischen Angriffen in der Ukraine seien zwei Kraftwerke in den Regionen Kiew und Schytomyr getroffen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Zudem sei ein Frachtschiff nahe der Hafenstadt Odessa attackiert worden.

Ukrainischen Behörden zufolge gab es weitere Angriffe in den Regionen Poltawa, Dnipro, Kirowohrad und Riwne sowie auf die Hauptstadt Kiew. Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim kam es nach einem Unfall zu Stromausfällen, Einzelheiten dazu lagen zunächst nicht vor. Zudem brannte ein Logistikzentrum des russischen Einzelhändlers Ozon in der südrussischen Stadt Krasnodar nach einem Drohnenangriff.

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