Während die AK wegen günstigerer Angebote für Gäste rechtliche Schritte prüft, verweist Wolfgang Montagnolli auf ein landesweites Kundenkartenmodell über Tiroler Energieversorger.
Die Debatte um die Einheimischen-Tarife gewinnt neue Dynamik. Gäste erhalten mit Gästekarten in Skigebieten, Bädern und Freizeiteinrichtungen oftmals Vergünstigungen, während Einheimische den vollen Preis zahlen. Die AK will dagegen rechtlich vorgehen und unterstützt einen Tiroler Alleingang.
Für Wolfgang Montagnolli greift eine Klage jedoch zu kurz: „Klagen allein verschaffen den Tiroler Familien noch keine günstigeren Tickets. Eine konkrete Alternative liegt längst auf dem Tisch.“
Kundenbeziehung statt Wohnsitz
Das so genannte „Montagnolli-Modell“ knüpft die Vorteile weder an Wohnsitz noch Nationalität, sondern an ein sachliches Kundenverhältnis zu einem teilnehmenden Tiroler Energieversorger. Über Kundenkarten oder Apps ließe sich eine gemeinsame Vorteilswelt aufbauen, in der Bergbahnen, Bäder, Museen und andere Freizeitanbieter Ermäßigungen gewähren. Bei Beteiligung der großen Tiroler Energieversorger könnte das System alle Tiroler Haushalte erreichen.
Vorbild ist CityPower-Card in Deutschland: 26 Energieanbieter bündeln rund 2.000 Vorteilsangebote für vier Millionen potenzielle Nutzer. Auch die AK zeigt mit ihrer Schutzkarte für 370.000 Mitglieder, dass kartenbasierte Vorteile funktionieren.
Warum erst 2027?
Das EVU-Modell wurde im November 2025 mit einem Dringlichkeitsantrag der Liste Fritz im Landtag gefordert und von der FPÖ unterstützt. Am 31. August stellte Montagnolli das Konzept LH Anton Mattle persönlich vor. Eine inhaltliche Rückmeldung habe er bis heute nicht erhalten. Mattle kündigte einen Tiroler Alleingang zuletzt erst für 2027 an.
„Warum soll Tirol bis zum Wahljahr warten?“, fragt sich Montagnolli. Zu Beginn der dritten Saison ohne Einheimischen-Tarife und bei Tageskartenpreisen von über 80 Euro brauche es jetzt eine Entscheidung.
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