Iraner angeklagt

Drogen gegen Sex: „Deal“ am Gericht aufgerollt

Tirol
28.10.2026 19:00

Was sich im September 2025 in Innsbruck abspielte, war mit herkömmlichen Maßstäben wohl nicht zu messen. Ein Iraner verging sich im Milieu an einer Frau, es stand Aussage gegen Aussage.

Die Nacht, die den Iraner auf die Anklagebank brachte, geschah im tiefsten Milieu. Es sei „Drogen gegen Bumsen“ vereinbart gewesen, so der Angeklagte ohne Umschweife. Auch habe die Frau zuerst mit anderen Männern Sex gehabt, mit einem Afghanen und einem Ungarn. Er sei daher davon ausgegangen, dass der Geschlechtsverkehr freiwillig erfolge.

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Man kann nicht ausschließen, dass es die Vereinbarung „Sex gegen Drogen“ tatsächlich gegeben hat.

Richter Michael Böhler

Ihre Schreie hielten ihn offenbar nicht ab
Die Anklage, die auf der Aussage der Frau beruhte, klang gänzlich anders. Von weiteren Männern war etwa keine Rede. Und sie erwachte laut ihrer Schilderung durch den Geschlechtsverkehr und als sie schrie, habe er ihr den Mund zugehalten „Lass mich noch fertig machen“, soll er gesagt haben. All dies erzählt sie unter Tränen bei ihrer kontradiktorischen Einvernahme.

Widersprüchliches und vielleicht doch Konsens
Nach rund einer Stunde Beratung sprachen Richter Michael Böhler und der Schöffensenat den Iraner im Zweifel frei. „Sie haben sicherlich nicht richtig gehandelt“, sagte Böhler in seiner Begründung. Widersprüchliche Aussagen fielen ins Gewicht und ein möglicher Konsens sei nicht gänzlich zu widerlegen. Und so wurde der Angeklagte „nur“ wegen drei Supermarkt-Diebstählen verurteilt – zwei Monate unbedingt. Nicht rechtskräftig.

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