Nach dem Treffen mit Schwedens Königin nimmt Vielfahrerin Emma Aicher auch die Ski-Queen ins Visier.
Marco Schwarz lässt den Slalom weg, Mikaela Shiffrin wird in ihrer Kerndisziplin kürzertreten. Und Marco Odermatt überlegt, langfristig auf den Riesentorlauf zu verzichten. Ja, der dichter werdende Weltcupkalender fordert seinen Tribut, die Allrounder sind vom Aussterben bedroht. Wäre da nicht Emma Aicher, die letzte Mohikanerin. „So lange ich Spaß habe, alle Disziplinen zu fahren – warum nicht?“, sagt die 22-Jährige.
Die im Vorjahr 97,3 Prozent aller Rennen bestritt, von 37 nur den Riesentorlauf am Kronplatz verpasste. Heuer sind 40 geplant – dennoch habe sie „nicht vor, was zu verändern. Heute Slalom, morgen Abfahrt – ich brauche die Abwechslung“, so Aicher zu „Eurosport“.
„Darauf bin ich stolz“
Im Vorjahr fuhr sie bis zum Schluss um die große Kugel, holte drei Siege, insgesamt zehn Podestplätze und zwei Olympia-Silberne. „Darauf bin ich stolz – aber es geht wieder bei null los“, nickt Aicher. Die im schwedischen Sundsvall geboren wurde, im Schweizer Engelberg lebte, nun in Salzburg wohnt, für Deutschland, das Heimatland ihres Vaters, fährt. „Weil in Schweden nicht wirklich Platz für mich war“, so Aicher einst.
Künftig schiebt sie sich an, als dritte Deutsche nach Katja Seizinger und Maria Höfl-Riesch die große Kugel zu holen – was nach dem Slalom-Rückzug von Shiffrin, dem Karriereende von Lara Gut-Behrami und dem verspäteten Saisonbeginn von Sofia Goggia und Federica Brignone schon in diesem Winter realistisch erscheint. „Irgendwann“, sagt Aicher, die zuletzt am Bodensee Schwedens Königin Silvia traf, nun Ski-Queen Shiffrin herausfordert, „ist das mein Ziel“. Vorerst zählt nur Sölden. Wo sie noch nie über Rang 28 hinauskam: „Mit dem Steilhang habe ich mich noch nicht angefreundet“, grinst sie. Auch das scheint nur eine Frage der Zeit …
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