Drohen auch Strafen?

Sekundenschlaf am Steuer: Gefährlicher Blindflug!

Tirol
10.10.2026 10:26

Das Gefühl kennt wohl jeder: Die Augen werden schwer, die Konzentration lässt nach. Gefährlich vor allem dann, wenn man am Steuer eines Fahrzeugs sitzt. Das zeigte sich am Freitag in Dölsach in Osttirol, wo ein Unfall – ausgelöst durch einen Sekundenschlaf – zwei Schwerverletzte forderte. Der ÖAMTC über Müdigkeit im Auto und mögliche Strafen.

Zu dem Unfall in Osttirol kam es am helllichten Tag. Gegen 11.30 Uhr war die 66-jährige Einheimische mit ihrem Auto auf der B100 Drautal Straße in Richtung Nikolsdorf unterwegs. Bei Dölsach kam ihr ein Italiener (52) entgegen. Dieser geriet laut eigenen Angaben wegen eines Sekundenschlafs plötzlich auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort mit dem Pkw der Frau.

Auch Notarzthelikopter vor Ort
Durch die Wucht des Aufpralls überschlug sich deren Wagen – beide Pkw landeten letztlich im Straßengraben. Die 66-Jährige erlitt schwere Verletzungen und wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Unfallkrankenhaus Klagenfurt geflogen. Der Italiener zog sich Verletzungen im Thoraxbereich zu – er wurde ins Bezirkskrankenhaus Lienz gebracht.

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Fahrer legen bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h bei nur fünf Sekunden Unachtsamkeit knapp 139 Meter im Blindflug zurück.

Der ÖAMTC

„Pure Alarmsignale des Körpers“
Dieser Unfall führt einmal mehr vor Augen, wie gefährlich Müdigkeit am Steuer ist. Der ÖAMTC sagt dazu: „Müdigkeit führt vor allem zu verringerter Aufmerksamkeit. Fahrer legen bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h bei nur 5 Sekunden Unachtsamkeit knapp 139 Meter im Blindflug zurück.“

Noch gefährlicher werde es, wenn Sekundenschlaf eintritt. „Sobald die typischen Anzeichen für Müdigkeit eintreten, etwa Gähnen, Augenreiben oder schlechtere Laune, ist unbedingt eine Pause einzulegen. Das sind pure Alarmsignale des Körpers“, warnt der ÖAMTC.

Fakten und Tipps vom ÖAMTC

Müdigkeit während der Fahrt soll laut ÖAMTC keinesfalls unterschätzt werden. Jährlich komme
es dadurch zu Hunderten Unfällen.

  • Medikamente und Alkohol (auch bei weniger als 0,5 Promille) können die Müdigkeit verstärken.
  • Herkömmliche Tipps wie Kaffee oder Energiedrinks bringen nur kurzfristig Energie, nach ein paar Minuten sind Fahrende gleich müde wie zuvor.
  • Hilfreich sind hingegen ein kurzer Schlaf, Sauerstoff oder eine Pause, um den Kreislauf wieder zu aktivieren.
  • Assistenzsysteme wie Müdigkeitswarner bzw. Aufmerksamkeitserkenner sollen dabei helfen, Sekundenschlaf-Unfälle zu verringern. Die Verantwortung bleibt jedoch immer beim Menschen.

Hilfsmittel wie Energydrinks oder laute Musik würden nicht oder nur für wenige Minuten helfen. Das offene Fenster sei hingegen nicht nur Mythos. „Gähnen ist ein Zeichen von niedrigem Sauerstoff im Blut. Das Fenster zu öffnen, ist im ersten Moment auf jeden Fall sinnvoll“, heißt es weiter.

Müdigkeit: Drohen sogar Strafen?
Was sieht das Gesetz in solchen Fällen vor? Müdigkeit sei nur schwer objektiv messbar. „Müde am Steuer zu sitzen, kostet Fahrerinnen und Fahrer in der Regel nicht den Führerschein“, so der ÖAMTC. Aber, so die Experten weiter, „laut StVO gibt es den Paragraf 58, der besagt, dass der oder die betroffene Autofahrer bzw. Autofahrerin jederzeit in einer solchen geistigen und körperlichen Verfassung sein muss, dass ein Fahrzeug sicher beherrscht und gelenkt werden kann. Ist das bei einer Routinekontrolle der Polizei nicht der Fall, droht eine Verwaltungsstrafe bis zu 726 Euro.“

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