Freude bei Red Bull

„Schlimmste Erfahrungen“ – Toto Wolff stinksauer

Formel 1
05.10.2026 12:50
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Mercedes-Teamchef Toto Wolff war nach dem GP in Malaysia stinksauer: „Ehrlich gesagt, gehört das zu meinen schlimmsten Erfahrungen.“

Regen, ein Software-Bug, eine Red-Bull-Saisonpremiere sowie eine Vorentscheidung um die WM-Krone: Die Rückkehr der Formel 1 nach Malaysia hat am Sonntag viel Gesprächsstoff geboten sowie eine kleine Vorschau auf die restliche Saison. Max Verstappen bewies in Sepang mit seinem ersten Sieg heuer, dass mit den „Bullen“ wieder zu rechnen ist. Auf Mercedes wartet indes viel Arbeit, wenngleich Kimi Antonelli nach Rang zwei der WM-Titel nur noch schwer zu nehmen ist.

Toto Wolff
Toto Wolff(Bild: AFP/LILLIAN SUWANRUMPHA)

Versteinerte Mienen gab es beim bisherigen WM-Dominator nach dem Rennen. Mercedes war mit einem Auto-Upgrade nach Malaysia, wo der Grand Prix von Bahrain nachgetragen wurde, gekommen. Der Schuss ging jedoch nach hinten los. Im Qualifying fuhren Antonelli und Teamkollege George Russell hinterher, im Rennen musste Russell kurz vor Schluss seinen Boliden mit einem Motordefekt abstellen. Seine WM-Chancen mit nun 84 Punkten Rückstand auf Antonelli sind wohl dahin. „Das war das schlechteste Wochenende der Saison für uns“, war Teamchef Toto Wolff sichtlich angefressen. „Ehrlich gesagt, gehört das zu meinen schlimmsten Erfahrungen.“

Russells Chancen dahin
Der Wiener entschuldigte sich bei Russell. „George ist ein starkes Rennen gefahren, aber wir haben ihn im Stich gelassen. Die Realität ist, dass uns das in diesem Jahr schon zu oft passiert ist. Das ist nicht akzeptabel.“ Russell, der unter anderem schon in Kanada und Belgien Pech gehabt hatte, war konsterniert. „Das geht über jede Enttäuschung hinaus. Es ist nicht das erste Mal, daher bin ich dieses Gefühl schon gewöhnt“, erklärte der Brite, der auf Rang drei liegend ausgeschieden war. „Ich muss nicht extra sagen, dass ich glaube, dass meine Chancen dahin sind“, meinte Russell mit Blick auf die WM.

George Russell musste seinen Boliden kurz vor Schluss abstellen.
George Russell musste seinen Boliden kurz vor Schluss abstellen.(Bild: AFP/JADE GAO)

  Wolff kündigte eine genaue Analyse an. „In Malaysia waren wir weder schnell noch zuverlässig genug. Wir haben jede Menge Hausaufgaben“, sagte der Mercedes-Teamchef. Man sei im Vergleich zur Konkurrenz unter den eigenen Möglichkeiten geblieben. In Singapur in ein paar Tagen wolle man sich von einer besseren Seite zeigen, so Wolff. In der Konstrukteurs-WM hat der Rennstall allerdings sieben Rennen vor Schluss noch 151 Punkte Vorsprung auf Ferrari.

Freude bei Red Bull
Red Bull und Verstappen feierten unterdessen ihren ersten Saisonsieg – der erste, seitdem der Rennstall zusammen mit Ford die Motoren selbst entwickelt. „Natürlich ist das etwas ganz Besonderes für uns“, erklärte Verstappen. „Wir hatten einen sehr schwierigen Start ins Jahr mit allen möglichen Problemen und waren einfach nicht wettbewerbsfähig genug. Aber das Team hat sehr hart daran gearbeitet. Schritt für Schritt sind wir immer näher herangekommen. Heute waren wir wirklich in guter Form“, lobte der Niederländer.

Max Verstappen feierte seinen ersten Saisonsieg.
Max Verstappen feierte seinen ersten Saisonsieg.(Bild: AFP/LILLIAN SUWANRUMPHA)

  Verstappen hatte von Freitag bis Sonntag das Tempo in Sepang vorgegeben und damit den Aufwärtstrend bestätigt, der dem österreichisch-britischen Rennstall schon in Baku die Plätze zwei (Verstappen) und drei (Isack Hadjar) beschert hatte. „Es war wieder eine tolle Umsetzung der gesamten Crew. Die war schon das ganze Jahr immer makellos, auch wenn wir nicht immer das richtige Tempo hatten“, sagte Teamchef Laurent Mekies. Gehofft wird auf ein starkes letztes Saisondrittel. „Wir nehmen ein Rennen nach dem anderen“, sagte Mekies bei ServusTV.

„Formel Farce“
Unterdessen sorgten die – offenbar auch vom Regen ausgelösten – Probleme mit der FIA-Software, die in allen F1-Rennwagen steckt, für Häme und Kritik. Von „Peinlich“, „Beispiellos“ oder einer „Formel Farce“ war im internationalen Blätterwald die Rede. „Ich glaube, wenn wir etwas mehr Tests durchgeführt hätten, hätten wir das Problem wahrscheinlich rechtzeitig erkennen können und wären nicht in eine solche Situation geraten“, bekannte FIA-Technikdirektor Nikolas Tombazis. „Das ist das Problem, das wir haben. Diese Motoren sind so kompliziert und es ist jede Menge Software eingebaut“, meinte Verstappen.

Wegen des Bugs waren einige Boliden in der Einführungsrunde stehen geblieben bzw. hatten kurzzeitig keine Power mehr. Das führte zu einer Verzögerung des Starts um gut eine Stunde, da ein Software-Update von allen Teams hochgeladen werden musste. Der Weltverband FIA versprach eine genaue Untersuchung. Die spanische Sporttageszeitung „Marca“ suchte in all den Turbulenzen von Sepang einen positiven Zugang: „Ein verrückter, unerwarteter und kaum zu übertreffender Grand Prix von Bahrain in Malaysia!“

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