Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle ist für Footballer Bernhard Raimann auch die dritte NFL-Dienstreise nach Europa eine erfolgreiche gewesen. Der Wiener durfte sich am Sonntag mit den Indianapolis Colts nach zwei Siegen in Deutschland über einen Erfolg in England freuen. „Es ist ein großartiges Gefühl, in Europa bei 3-0 zu stehen“, sagte Raimann in den Katakomben des Tottenham Hotspur Stadium in London nach dem 30:13 gegen die Washington Commanders zur APA.
„Wir sollten hier mehr Spiele austragen“, ergänzte der Offensive Tackle mit einem Grinsen. Trotz des am Ende klaren Sieges in Nordlondon war der 29-Jährige aber alles andere als zufrieden. Erst ein Ballverlust im zweiten Spielzug, dann eine Knöchelverletzung inklusive kurzer Zwangspause („so etwas passiert“) – und dazwischen große Schwierigkeiten im Offensivspiel. „Es gibt viel Verbesserungsbedarf. Wir müssen von unseren Fehlern lernen und sie beseitigen“, betonte Raimann mit Blick auf das anstehende Auswärtsspiel am Sonntag gegen die Pittsburgh Steelers.
Damit traf Raimann den Ton seiner Teamkollegen und von Head Coach Shane Steichen. Denn die Colts-Offensive um Quarterback Daniel Jones wusste nur selten zu überzeugen. Einzig Jonathan Taylor wurde seinem Star-Status wieder gerecht und führte sein Team mit zwei Touchdowns zum Erfolg. Der Running Back stellte den Rekord für die meisten Touchdowns sowie die meisten gelaufenen Yards im Rahmen der International Series auf. „Er ist der beste Running Back der Liga und macht unseren Job einfacher“, erklärte Raimann.
Taylor über Raimann: „Ein Anker“
Aber auch der rot-weiß-rote Football-Export, der für die nächsten vier Saisonen durchschnittlich 25 Millionen Dollar pro Jahr verdient, hat eine tragende Rolle im Colts-Angriff. „Bernie ist ein Anker für diese Offensive Line“, hatte Taylor im Vorfeld betont. In seinem ersten Jahr sei Raimann ins kalte Wasser geworfen worden, da habe er eine Herausforderung nach der anderen gemeistert. „Das hat ihn stärker gemacht. Er wird von Jahr zu Jahr besser und man sieht, zu welchem Spieler er sich entwickelt hat.“
Bei den Colts scheint es nach zwei Niederlagen zum Saisonstart mit dem zweiten Erfolg hintereinander jedenfalls wieder bergauf zu gehen. Gegen die Commanders profitierte „Indy“ aber auch von Verletzungen auf der Gegenseite, Washington musste in London auf den dritten Quarterback Athan Kaliakmanis zurückgreifen. In der kommenden Woche wartet mit Quarterback-Routinier Aaron Rodgers (42) wieder ein anderes Kaliber. „Wir müssen das Momentum beibehalten und weiter gewinnen“, sagte Raimann.
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