Capitals-Headcoach Mike Stewart kehrt mit seinem neuen Verein an die alte Wirkungsstätte zurück, gastiert bei Ex-Klub VSV. Mit der „Krone“ sprach der 54-Jährige über die zwei gewonnenen Meistertitel, „überhopfte“ Feiern und das abgewendete Aus der Villacher.
Fast 500 Einsätze als Spieler, einige davon sogar als Kapitän. Dabei brachte er es auf zwei Meistertitel, sammelte dort im Anschluss die ersten Erfahrungen als Headcoach. Der VSV und Capitals-Trainer Mike Stewart – das ist wohl DIE Liebesgeschichte des heimischen Eishockeysports. Am Sonntag (17.30 Uhr), knapp 14 Jahre nachdem der Austro-Kanadier sein Glück noch einmal im Ausland versuchen wollte, gibt’s die emotionale Rückkehr zu seiner ewigen Liebe!
Nummer wird nicht mehr vergeben
„Der VSV wird für immer in meinem Herzen sein“, fasste sich Stewart beim Gespräch mit der „Krone“ an die Brust. Vor allem beim Blick an die Hallendecke dürfte sich der 54-Jährige an vergangene Tage zurückerinnern – da hängt nämlich ein Trikot mit der Nummer 4. Diese wird seit seinem Karriereende als „Eishackler“ in der Stadthalle nicht mehr vergeben.
„Überhopfte“ Weihnachtsfeier
Wenig verwunderlich! Aufgrund seiner aufopferungsvollen Spielweise herzlich „Iron Mike“ genannt, war er unter anderem beim letzten Villacher Meistertitel im Jahr 2006 dabei. Die Halle glich in den Final-Spielen einem Tollhaus, einige Fans sollen sich sogar rein geschlichen haben. „Ich kann mich wirklich an jedes noch so kleine Detail dieser Saison erinnern“, grinst Stewart. „Außer an die Meisterfeier selbst – da war ich etwas überhopft!“
„Bin glücklich, dass es Verein noch gibt“
Die Gegenwart sieht für den Kärntner Traditionsverein allerdings weitaus weniger rosig aus. Kurz vor Saisonstart gefährdeten finanzielle Probleme den Spielbetrieb in Kärnten. Schlussendlich bog man sämtliche Ungereimtheiten noch rechtzeitig gerade – ganz zur Erleichterung von Stewart. „Ich bin glücklich, dass es den Verein noch in der ersten Liga gibt“, atmet der Caps-Coach tief durch. „Der VSV bedeutet viel für diese Region, ist mit großem Fan-Anhang und Top-Eishockey ein Aushängeschild. Aber es tut weh, diese Dinge zu hören.“
Doppeltes Wiedersehen
Gastgebergeschenke nehmen die Wiener aber freilich nicht nach Villach mit. Mit dem souveränem Sieg gegen Innsbruck im Rücken soll der nächste „Dreier“ her – egal wo, egal gegen wen! „Ich habe ja auch einen Job zu erledigen“ grinst Stewart, für den es auch zum Wiedersehen mit Marco Pewal kommt. Der jetzige Co-Trainer der Villacher trug einst unter Stewart die Kapitänsbinde. Auch als Gegner begegneten sich die beiden auf dem Eis. „Sobald er spielte, hat sich bei ihm ein Schalter umgelegt und er hat Niemanden verschont. Du hast immer deine Stockschläge kassiert“, lacht Pewal.
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