„Operativer Fehler“
Ex-Soldat nach Tötung von Palästinenser begnadigt
Der israelische Präsident Yitzhak Herzog hat einen ehemaligen Soldaten begnadigt, der wegen Totschlags an einem Palästinenser verurteilt worden war. Der damalige Kampfsanitäter Elor Asaria hatte 2016 einen am Boden liegenden palästinensischen Attentäter mit einem Kopfschuss getötet. Er wurde zunächst zu 18 Monaten Haft verurteilt.
Später wurde die Dauer auf neun Monate verkürzt. Der Fall hatte damals weltweit für Aufsehen gesorgt und in Israel eine heftige Kontroverse ausgelöst. Der damalige israelische Präsident Reuven Rivlin hatte eine Begnadigung des Soldaten abgelehnt.
Einige Jahre später hat Herzog nun einem Antrag Asarias stattgegeben, wonach ein Eintrag in dessen Strafregister vorzeitig gelöscht wurde. Asaria habe jahrelang mit den Konsequenzen seines Handelns leben müssen und seine Strafe bereits vor acht Jahren verbüßt, hieß es aus Herzogs Büro. Der Israeli habe sich gewünscht, Schwierigkeiten bei einer beruflichen Anstellung aus dem Weg zu räumen.
Die israelische Armee war laut Berichten gegen die Begnadigung. Ein hochrangiger Berater von Militärchef Eyal Zamir sagte, Asaria zeige bis heute keine Reue und habe auch keine Verantwortung für seine Tat übernommen. Herzog sagte wiederum, der Begnadigte habe sehr wohl Bedauern geäußert und in seinem Antrag eingeräumt, dass der abgegebene Schuss ein operativer Fehler gewesen sei.

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