Kundgebung in Wien

Trauer vor Prozess: „Man(n) tötet nicht aus Liebe“

Österreich
26.08.2026 19:04
Porträt von Sophie Pratschner
Porträt von krone.at
Von Sophie Pratschner und krone.at

Einen Tag vor Beginn des Mordprozesses im Fall Jenni S. versammelten sich am Mittwoch einige Dutzend Menschen im Wiener Sigmund-Freud-Park vor der Votivkirche. Im Mittelpunkt der Kundgebung stand die Erinnerung an das Mordopfer – und die Forderung nach Gerechtigkeit für die junge Frau, die vor mehr als acht Jahren spurlos verschwand.

„Man(n) tötet nicht aus Liebe“, stellten die Veranstalter der Kundgebung in Wien auf ihrem Transparent unmissverständlich klar. „Jenni ist nicht mehr unter uns, deswegen müssen wir umso mehr für ihre Gerechtigkeit kämpfen“, sagte dabei etwa eine Aktivistin gegenüber der „Krone“.

Die Demonstrierenden erinnerten daran, dass Jenni eigene Wünsche und Träume gehabt habe. Sie habe sich von ihrem Partner trennen wollen – eine Trennung, die laut Anklage nicht akzeptiert worden sein soll.

Erinnerung an Jenni und ihre Familie
„Wir denken heute an Jenni und ihre Familie. Und an alle Frauen, deren Leben durch Gewalt zerstört wurde“, hieß es  weiter bei der Versammlung.

Jenni S. war im Jänner 2018 im Alter von 21 Jahren aus ihrer Wohnung in Wien-Brigittenau verschwunden. Laut Anklage erwürgte Clemens T. sie am 22. Jänner 2018 und verscharrte ihre Leiche auf einem Truppenübungsplatz in Niederösterreich.

Jahrelang blieb das Schicksal der jungen Frau ungeklärt. Erst Ende 2025 wurde der mittlerweile 33-Jährige festgenommen. Im Ermittlungsverfahren berief er sich unter anderem auf eine Notwehrsituation beziehungsweise einen Unfall. Teilweise gab er an, sich nicht mehr erinnern zu können.

Prozessstart am Donnerstag
Am Donnerstag beginnt im Wiener Landesgericht der Mordprozess gegen Clemens T. vor einem Geschworenengericht. Laut psychiatrischem Gutachten weist der Angeklagte eine kombinierte Persönlichkeitsstörung auf. Beschrieben werden unter anderem emotional instabile, explosive und narzisstische Züge sowie kontrollierendes und klammerndes Verhalten in Beziehungen.

Auch sein Verhalten nach der Tat spielt im Verfahren eine Rolle: Laut Anklage kontaktierte Clemens T. bereits wenige Stunden nach dem Mord eine andere Frau über soziale Medien.

Vor dem Wiener Landesgericht ist zudem eine ganztägige Mahnwache angekündigt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung