Schubertiade

Streichquartette extended

Vorarlberg
24.08.2026 19:00
Porträt von Anna Mika
Von Anna Mika

Zwei Kammermusikabende bei der Schubertiade in Schwarzenberg am Samstagabend und am Sonntagmittag ermöglichten interessante Interpretationsvergleiche.

Eine der prägenden Künstlerinnen dieser Schwarzenberger Spätsommerschubertiade ist Elisabeth Leonskaja. Die nunmehr achtzigjährige georgisch-russische Pianistin begeisterte 1979 das Publikum der Salzburger Festspiele und lebte von da an in Wien. Neben einem Soloabend am Sonntag trat sie am Samstagnachmittag mit dem „Quatuor Danel“ auf.

Mit diesen vier Herren aus Belgien legte sie jüngst eine Aufnahme mit Kammermusik von Schostakowitsch und Weinberg vor. Kammermusik sei ihr ein Herzensanliegen – so sagte es die Leonskaja in einer kurzen Rede. Zudem sorgte sie mit einer schönen Geste für einen emotionalen Moment: Sie widmete nämlich dieses Konzert dem im April verstorbenen Günter Pichler, Primarius des „Alban Berg Quartetts“, mit dem sie immer besonders gerne musiziert hatte.

Sauber und dynamisch differenziert
In Schwarzenberg nun spielte sie mit dem „Quatuor Danel“, das hiermit sein Schubertiade-Debüt gab, Robert Schumanns Klavierquintett Opus 44 mit seinem charakteristischen Thema im zweiten Satz. Es war eine gediegene Interpretation, sauber, dynamisch differenziert, was auch vom zweiten Teil des Konzertes zu sagen ist. Hier spielte das „Quatuor Danel“, 1991 gegründet und mittlerweile teilweise neu besetzt, Schuberts „Rosamunde Quartett“. Überaus spannend war der Vergleich zum „Pavel Haas Quartett“, das die Matinee am Sonntag bestritt.

Unverwechselbares Quartett aus Prag
Dieses Quartett aus Prag, benannt nach dem von den Nationalsozialisten verfemten Komponisten Pavel Haas, hat sich 2002 zusammengetan und tritt seit 2010 regelmäßig bei der Schubertiade auf, wo es sehr beliebt ist. Das liegt womöglich auch ein wenig an seiner attraktiven Primaria Veronika Jarůšková, vor allem aber an der dichten und unverwechselbaren Klangsprache. Diese vier Streicher gehen ganz in ihrer Musik auf, mit großer Behutsamkeit erspüren sie die Energieflüsse und lassen immer wieder Zeit zum Atmen.

Spielte das „Pavel Haas Quartett“ vor der Pause Antonín Dvoraks Streichquartett in As-Dur Opus 105, so kamen nach der Pause Pavel Nikl, Viola, und Ivan Vokáč, Cello, dazu, um sich gemeinsam Dvořáks Streichsextett Opus 48 zu widmen. Mit seiner typisch slawischen Melodik und der engagierten Interpretation begeisterten die Musizierenden das Publikum dermaßen, dass der Furiant als Zugabe kurzerhand wiederholt wurde.

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