Woran es noch mangelt

Photovoltaik-Ausbau geht nicht allen schnell genug

Steiermark
25.08.2026 18:29

In Allerheiligen bei Wildon errichtet die Energie Steiermark ihren bisher größten Photovoltaik-Park. Insgesamt geht der Ausbau aber zu langsam voran, kritisiert der Branchenverband. Auch die neuen Beschleunigungszonen würden daran wenig ändern. 

Just an diesem Dienstagvormittag spielte die Sonne nicht mit – doch ihre Kraft soll künftig in Allerheiligen bei Wildon viel Strom erzeugen. Die Energie Steiermark feierte den Spatenstich für einen Photovoltaik-Park, der für das Unternehmen neue Maßstäbe setzt. Er ist mit 20 Hektar Fläche gleich groß wie jener in Dobl, hat aber noch stärkere Module und somit mit 22 Megawatt mehr Leistung.

Elf Millionen Euro werden laut den Vorständen Martin Graf und Werner Ressi investiert. Zusätzlich kommen weitere sechs Millionen Euro für die Erweiterung des angrenzenden Umspannwerks Feiting – das ist notwendig, um den Sonnenstrom des neuen Parks und möglicher künftiger Erweiterungen aufnehmen zu können.

Spatenstich in Allerheiligen mit Marin Graf (li.), Werner Ressi, Christian Sekli (re.) und Nora ...
Spatenstich in Allerheiligen mit Marin Graf (li.), Werner Ressi, Christian Sekli (re.) und Nora Licker (stellvertretende Projektleiterin).(Bild: Energie Steiermark)

Nicht einmal Hälfte der Vorrangzonen genutzt
Die Anlage in Allerheiligen entsteht übrigens in einer Vorrangzone. 36 von ihnen hat das Land Steiermark vor drei Jahren ausgewiesen, um den Ausbau großer Photovoltaik-Anlagen voranzutreiben. Die Bilanz dieses Sachprogramms fällt bisher bescheiden aus, findet allerdings der Branchenverband Photovoltaic Austria. Erst elf Zonen seien bebaut, vielfach nur im geringen Ausmaß. Lediglich auf 80 von knapp 800 Hektar würden PV-Module stehen, so die jüngste Erhebung.

Beim Land spricht man hingegen von bisher 14 Vorrangzonen, die gänzlich oder teilweise bebaut sind. In weiteren fünf Zonen wurden Anlagen genehmigt oder befinden sich gerade im Genehmigungsverfahren. „Aus den bisherigen Erfahrungen lässt sich ableiten, dass der Ausbau der Photovoltaik durch das Sachprogramm sowohl beschleunigt als auch räumlich gesteuert werden kann“, wird positiv bilanziert. Die vor drei Jahren angekündigte Evaluierung des Programms sei weiterhin geplant.

Bringen Beschleunigungsgebiete wenig?
Weniger zufrieden zeigt sich Vera Immitzer, die Geschäftsführerin der PV-Interessensvertretung: Nur in der Hälfte der noch offenen Vorrangzonen-Flächen seien Projekte überhaupt umsetzbar, schlicht, weil es an Netzkapazitäten oder der Verfügbarkeit von Grundstücken mangle. Daher erwarte man sich auch wenig Auswirkungen davon, dass ein Großteil der Vorrangzonen bald in Beschleunigungsgebiete umgewandelt wird.

Mit diesem Schritt erfüllt die Steiermark Vorgaben der EU, Genehmigungen für Sonnenstrom-Projekte sollen so vereinfacht werden. Die Begutachtungsfrist für die Verordnung endete am Montag, jetzt werden die Stellungnahmen fachlich und rechtlich geprüft, heißt es vom Land.

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Wir schlagen einen Fokus auf Flächen vor, bei denen Netzkapazität und die Verfügbarkeit von Grund bestehen.

Vera Immitzer

Immitzer schlägt vor, dass der Fokus künftig verstärkt auf Flächen gelegt wird, bei denen Netzkapazität und die Verfügbarkeit von Grundstücken bestehen. Auch sollen verstärkt PV-Zonen bei Windkraftstandorten genutzt werden, und die Decklung der maximalen Anlagegröße soll fallen. 

140 Schafe weiden unter Sonnenstrom-Modulen
Zurück nach Allerheiligen: Dort begrüßt Bürgermeister Christian Sekli die beträchtliche Investition. Der PV-Park soll laut Energie Steiermark im zweiten Quartal 2027 ans Netz gehen. Das Areal wird künftig auch agrarisch genutzt – als Weide für etwa 140 Schafe.

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