19-Jährige angezündet
Todesstrafe für Ex-Schulleiter in Bangladesch
2019 war eine Koran-Schülerin in Bangladesch (19) auf das Dach der Bildungseinrichtung gelockt, gefesselt und angezündet worden. Sie erlitt Verbrennungen an 80 Prozent ihres Körpers und starb vier Tage später im Krankenhaus. Nun hat ein Berufungsgericht die Todesstrafe gegen den damaligen Schulleiter und einen Mittäter bestätigt.
Zehn weitere Beschuldigte in dem Fall wurden hingegen freigesprochen. Die 19-jährige Nusrat Jahan Rafi hatte dem Leiter ihrer Koran-Schule damals sexuelle Belästigung vorgeworfen und ihn bei der Polizei angezeigt. Nachdem sie sich geweigert hatte, die Anzeige wieder zurückzuziehen, wurde sie wenige Tage später auf das Dach der Schule gelockt, gefesselt und angezündet.
„Der Plan war, den Vorfall als einen Selbstmord auszugeben“, sagten die Ermittlerinnen und Ermittler damals. Die junge Frau sei mit einem Schal gefesselt worden. Nachdem das Feuer den Schal durchgebrannt hatte, seien ihre Hände und Füße zwischenzeitlich wieder frei gewesen. Vor ihrem Tod hatte die 19-Jährige noch ein Video aufgenommen, in dem sie ihre Vorwürfe der sexuellen Belästigung bekräftigte. Darin nannte sie auch einige Angreifer, die ihr aufgelauert hätten.
Der Fall sorgte in ganz Bangladesch für Entsetzen. In der Hauptstadt Dhaka hatte es nach dem Mord tagelange Proteste gegeben. 2019 hatte ein Gericht 16 Angeklagte zum Tode verurteilt. Das Berufungsgericht sprach jetzt aber zehn von ihnen frei und wandelte vier Todesurteile in lebenslange Haftstrafen um. Diese vier Angeklagten hätten die 19-Jährige gefesselt und mit Kerosin übergossen, „um sicherzustellen, dass sie stirbt“, sagte der Staatsanwalt Ruhul Quddus Kazal.
Die Todesurteile für den ehemaligen Schulleiter und einen weiteren Drahtzieher des Mords blieben hingegen bestehen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass Vergewaltigungen und sexuelle Belästigungen in Bangladesch oft unzureichend strafrechtlich verfolgt würden.

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