Rallycross in NÖ

Wirbel um 120 „glühende“ Motoren mitten in Dürre

Niederösterreich
09.08.2026 06:00

Rallycross während der Wald um Atem ringt! Mehr als 120 Fahrer geben am Sonntag im Waldviertel am Fuglau-Ring bei Horn Vollgas – mitten in gefährlicher Dürre.

Es ist ein Bild, das irgendwie nicht zusammenpasst – denn während die Natur im Waldviertel derzeit förmlich nach Wasser lechzt, heulen in der Gemeinde Altenburg, unweit des altehrwürdigen, stillen Stifts die Motoren auf. Dabei dörrt der Wald aus, Böden werden wüstengelb – und genau deswegen warnen die Einsatzkräfte, dass ein überspringender Funke zum unkontrollierbaren Flächenbrand mutieren könnte.

Seit Wochen wird für das Rallycross-Spektakel am Sonntag trainiert. Für die stöhnenden – und angesichts der massiven Lärmbelästigungen ohnehin geduldigen Anrainer bedeutet das Lärm und Staub – und jetzt zwangsläufig die Sorge vor der Brandgefahr. Die Ironie an dem Ganzen: Das Land Niederösterreich warnt immer eindringlicher vor der Gefahr von Feuersbrünsten und mehr, hat aber dieses „fossile“ Großevent förmlich noch vor der Zielflagge durchgewunken.

Auch schon 2017 fand die Rally im Waldviertel statt. (Symbolbild)
Auch schon 2017 fand die Rally im Waldviertel statt. (Symbolbild)(Bild: Foto Lui)

„Jetzt ist Gasgeben schlicht unverantwortlich“
„Natürlich ist eine Rennstrecke wie hier im Waldviertel kein Lagerfeuer. Natürlich gibt es Sicherheitsauflagen und die Veranstalter tragen Verantwortung. Und selbstverständlich kann man nicht jeden Motorsportbetrieb einstellen, sobald es heiß wird. Doch heuer ist die Lage eine andere und es ist unverantwortlich, hier einfach unbekümmert Gas zu geben, als gäbe es diese Naturkatastrophe nicht“, warnen Brandschutzexperten – auch vor den potenziellen Zündquellen wie heißen Auspuffanlagen oder Funken bei Defekten oder Unfällen.

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Bei dieser Hitzewelle passt das nicht zusammen. Aber die Betreiber haben alle Bewilligungen. Wir müssen schauen, ob wir das in Zukunft anders regeln.

Ortschef Markus Reichenvater

„Landschaft ausgedörrt wie selten“
Was Anrainer zu Recht befürchten: Zuschauer, Fahrzeuge und trockene Vegetation rund um den Ring. „Kein einzelner Punkt bedeute eine automatische Gefahr – doch viele Faktoren treffen derzeit auf eine Landschaft, die so ausgedörrt ist wie selten“, so die generellen Sorgen. Alles andere als glücklich ist auch der zuständige Bürgermeister Markus Reichenvater. „Unsere Feuerwehr wird Brandwache halten“, versichert der Ortschef, der aber auch auf den schon lange vor der Dürreperiode erstellten Veranstaltungskalender, der Piloten aus ganz Europa anlockt, hinweist.

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