So, 19. August 2018

Aktienkurs fällt

24.10.2014 10:24

Hoher Verlust bei Amazon überrascht Börsianer

Amazon hat trotz eines Umsatzsprungs von 20 Prozent die Erwartungen verfehlt und Anleger mit seinem Ausblick auf das wichtige Weihnachtsgeschäft enttäuscht. Finanzchef Tom Szkutak zufolge hat der Versandhändler unter anderem mit dem starken Dollar zu kämpfen. Amazon verlor nach Bekanntgabe der Zahlen mehr als 15 Milliarden Dollar (11,8 Milliarden Euro) an Börsenwert.

Wie schon im zweiten Quartal wies Amazon auch für das abgelaufene dritte Vierteljahr einen unerwartet deutlichen Anstieg des Verlustes auf diesmal 437 Millionen Dollar aus. Doch jetzt kam dazu noch ein überraschend geringes Umsatzwachstum und die Aussicht, dass die Erlöse auch im laufenden Quartal hinter dem erwarteten Zuwachs von "20 plus x Prozent" zurückbleiben werden. "Damit ist die Wachstumsstory fast vom Tisch", sagte Tob Plaza, Analyst bei der Key Private Bank. "Das war ein hässliches Quartal."

Immer wieder Verluste durch Investitionen
Von Juli bis September steigerte Amazon den Umsatz zwar um 20 Prozent auf 20,58 Milliarden Dollar. Das lag aber rund 250 Millionen Dollar unter den Prognosen der Experten. Der Verlust von 437 Millionen Dollar bedeutete pro Aktie einen Fehlbetrag von 95 Cent, erwartet worden waren nur 74 Cent. Für das wegen des Weihnachtsgeschäfts wichtige vierte Quartal blieb Amazon mit seiner Umsatz-Prognose von 27,3 bis 30,3 Milliarden Dollar hinter den Erwartungen von im Schnitt 30,89 Milliarden zurück. In der vergangenen Woche hatte der Online-Händler eBay seine Prognosen kassiert und dies unter anderem auch mit Auswirkungen des gestiegenen Dollar-Kurses begründet.

Amazon hatte in der Vergangenheit wiederholt Verluste ausgewiesen, weil der Konzern in neue Geschäftsfelder wie Smartphones, Tablets, Videospiele und TV-Serien investierte. Der US-Konzern stellt sich damit zwar sehr breit auf und ist dadurch rasant gewachsen. Zuletzt wurden Anteilseigner aber nervös. Schon bei der Vorlage der Verlusts für das zweite Quartal, der mit 126 Millionen Dollar doppelt so hoch ausgefallen war wie erwartet, stürzte die Aktie um zehn Prozent ab. Amazon hatte damals erklärt, die hohen Ausgaben belasteten zwar kurzfristig die Bilanz. Langfristig werde sich dies aber rechnen.

Massive Investitionen in Fire Phone und Twitch
Auch in den vergangenen drei Monaten hatte Amazon Geld investiert. So wurde das hauseigene Fire Phone auf den Markt gebracht, mit dem Amazon Kunden noch enger an sich binden will. Ende August hatte Amazon beim größten Zukauf seiner 20-jährigen Firmengeschichte fast eine Milliarde Dollar für die Videospiele-Plattform Twitch bezahlt. Damit sollen noch mehr eigene Inhalte angeboten werden, die dann auf Amazons Instant Video, dem Kindle-Tablet und der Fire TV Set-Top-Box laufen können.

In Deutschland liegt Amazon seit Langem mit Verdi im Streit. Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne sowie tarifliche Regelungen wie im Einzel- und Versandhandel. Amazon nimmt indes die Logistikbranche als Maßstab, in der weniger gezahlt wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.