Der Tiroler Alpinist Benjamin Zörer (25) hat den Gasherbrum II (8034 Meter) in Pakistan ohne zusätzlichen Flaschensauerstoff, ohne Sherpa-Unterstützung und im kompromisslosen Alpinstil bestiegen. Gemeinsam mit einer österreichisch-italienischen Seilschaft gelang ihm nach einer extrem schwierigen Himalaya-Saison die erste erfolgreiche Besteigung des Achttausenders seit 2024.
Viele Expeditionen hatten bereits aufgegeben, zahlreiche Gipfelversuche waren an Schnee, Wind und schwierigen Verhältnissen gescheitert. Doch der Tiroler Benjamin Zörer ließ sich davon nicht beirren. Gemeinsam mit dem Imster Egon Egger (30) sowie den Italienern François Cazzanelli, Étienne Janin und Stefano Stradelli nutzte er am 21. Juli ein kurzes Wetterfenster – und schrieb damit ein kleines Stück Alpingeschichte.
Die fünf Bergsteiger starteten ihren Gipfeltag von Camp 2 auf rund 6500 Metern. Ohne Flaschensauerstoff, ohne Sherpas und ohne die sonst übliche Hochlagerkette kämpften sie sich auf den 8034 Meter hohen Gasherbrum II. Um 10.50 Uhr Ortszeit war es geschafft: Die Seilschaft stand auf dem Gipfel.
Doch damit war der Kraftakt noch nicht vorbei. Noch am selben Tag stiegen alle fünf Alpinisten sicher bis ins Basislager ab und erreichten dieses gegen 20 Uhr – ein beeindruckender Gewaltmarsch auf einem der höchsten Berge der Erde.
„Die Bedingungen waren anspruchsvoll und verlangten viel Geduld. Dass wir das kurze Wetterfenster optimal nutzen konnten und am selben Tag wieder sicher ins Basecamp zurückgekehrt sind, macht diese Besteigung für mich besonders wertvoll“, sagt Zörer.
Eine entscheidende Rolle spielte dabei eine punktgenaue Wetterprognose. Dafür bedankt sich die Seilschaft ausdrücklich bei der GeoSphere Austria und Meteorologe Alex Radlherr, dessen Vorhersage das schmale Zeitfenster für den Gipfelerfolg ermöglichte.
In den Fußstapfen des Vaters
Mit nur 25 Jahren zählt Benjamin Zörer nach aktuellem Kenntnisstand zu den jüngsten Österreichern, die einen Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff und im Alpinstil erfolgreich bestiegen haben.
Besonders emotional: Der Gasherbrum II ist für die Familie Zörer kein unbekannter Berg. Bereits Vater Walter Zörer – der Präsident des Österreichischen Bergführerverbandes – stand 1999 ebenfalls ohne zusätzlichen Sauerstoff auf dem Gipfel.
Fast drei Jahrzehnte später setzt nun sein Sohn die beeindruckende Familiengeschichte am gleichen Achttausender fort – und sorgt damit für einen der größten österreichischen Alpin-Erfolge des Jahres.
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