Wer in den Bergen unterwegs ist, kennt das Problem: Wanderstöcke sind beim Aufstieg oft Gold wert, doch viele Bergsteiger und Jäger greifen spätestens am Gipfel wieder lieber zum klassischen Bergstock. Denn der bietet Sicherheit, Tradition und eine zusätzliche Stütze in schwierigem Gelände. Was aber, wenn man beides in einem Produkt vereinen könnte?
Genau diese Idee hat ein österreichischer Unternehmer und Tüftler - und sie führte schließlich zu einem der ungewöhnlichsten Outdoor-Produkte aus Kärnten.
Die „Bergkrone“ hat den Berg- und Nordic-Walking-Stock Hybrid 2.0 von HEP Carbon bei einer ausgedehnten Tour in den Karnischen Alpen getestet.
„Ein Studienkollege und guter Freund von mir, hat mich gefragt, ob man nicht einen Nordic-Walking-Stock entwickeln könnte, der gleichzeitig auch als richtiger Bergstock funktioniert“, erzählt HEP-Carbon-Gründer Christian Fleischhacker.
Gesagt, getan. Der 35-jährige Kärntner begann zu tüfteln. Schnell stellte sich heraus, dass viele herkömmliche Nordic-Walking-Stöcke für diesen Einsatzzweck ungeeignet waren. Sie sind zwar leicht, aber oft dünnwandig und empfindlich gegenüber Schlägen oder Stürzen.
„Ich wollte bewusst stärkere Carbonrohre verwenden. Die meisten Hersteller gehen auf möglichst geringes Gewicht. Mir war wichtig, dass die Stöcke auch wirklich robust sind“, so Fleischhacker zur „Bergkrone“.
Nach zahlreichen Prototypen entstand schließlich ein System mit speziellen Schraubverbindungen: Im Alltag Nordic-Walking- oder Wanderstöcke und mit wenigen Handgriffen werden die beiden Stöcke zu einem klassischen Bergstock verbunden.
Der Bergstock ist deutlich älter als moderne Trekkingstöcke
Bereits Hirten, Jäger und Alpinisten nutzten seit Jahrhunderten lange Holzstöcke als Gehhilfe. Besonders bei uns im Alpenraum gehörte der Bergstock früher zur Standardausrüstung jedes Bergsteigers.
Bevor Eispickel und moderne Wanderstöcke aufkamen, diente er als:
Selbst legendäre Alpinisten des 19. Jahrhunderts waren mit langen Bergstöcken unterwegs. Erst mit dem Aufkommen moderner Aluminium- und später Carbon-Trekkingstöcke geriet der klassische Bergstock etwas in Vergessenheit.
Doch ganz verschwunden ist der Bergstock nie
Gerade viele Bergjäger, ältere Bergsteiger und Puristen schwören bis heute auf die zusätzliche Stabilität eines einzigen kräftigen Stocks.
Und bereits beim ersten Anstieg fällt das etwas höhere Gewicht der Stöcke auf. Die Carbon-Titanium-Konstruktion wirkt hochwertig und erstaunlich steif. Die Stöcke federn kaum nach und vermitteln auch auf grobem Schotter ein sicheres Gefühl.
Bei steilen Passagen oberhalb der Baumgrenze spielten die Hybrid-Stöcke ihre Stärken aus. Wie bei klassischen Trekkingstöcken lässt sich die Belastung auf beide Arme verteilen. Knie und Gelenke werden spürbar entlastet.
Besonders angenehm: Die Stöcke wirken deutlich robuster als viele ultraleichte Konkurrenzprodukte.
Nach einer Rast am Grat folgte der spannendste Teil des Tests. Innerhalb weniger Sekunden wurden die beiden Wanderstöcke zusammengeschraubt und zum Bergstock umfunktioniert. Das Ergebnis überraschte.
Der entstandene Bergstock vermittelt genau jenes Gefühl von Stabilität, das viele Bergsteiger von traditionellen Holzstöcken kennen. Beim Abstieg über steiles Gras und loses Geröll bot er zusätzliche Sicherheit. Gerade auf längeren Touren könnte dieses Konzept viele Freunde finden.
Handarbeit aus Kärnten
Jeder einzelne Hybrid-Stock entsteht in Handarbeit auf der Flattnitz. Fleischhacker fertigt die Produkte selbst und passt sie individuell an die Körpergröße des Kunden an.
Die Hybrid-Wanderstöcke von HEP Carbon sind zwar etwas teurer, aber kein Massenprodukt – und genau das macht ihren Reiz aus. Sie verbinden die Vorteile moderner Trekkingstöcke mit der Tradition des klassischen Bergstocks. Besonders Bergjäger, Weitwanderer und alpine Puristen dürften Gefallen an dem ungewöhnlichen Konzept finden.
Wer hochwertige Handarbeit, durchdachte Technik und regionale Produktion schätzt, findet hier ein Produkt, das man in dieser Form am Markt kaum ein zweites Mal entdeckt.
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