Junge Firma aus Liezen

Dieses Schülerteam leistete sich keinen Einfädler

Steiermark
06.06.2026 15:00

Neun von Schülern gegründete Unternehmen traten dieser Tage in Wien zum großen Österreich-Finale an. Die Steiermark war mit einem Team der HAK Liezen dabei. Es überzeugte mit seinem Sportprodukt „PoleMotion“ und machte es bis zuletzt spannend. 

Einen Tag vor dem großen Finale in Wien treffen wir uns im Hotel mit dem Liezener Team samt Lehrer und Motivator Thomas Pfleger. Ihr Produkt: Ein Skistockhalter, der die Stöcke mit wenigen Handgriffen an die Ski fixiert und so für praktisches Handling und Komfort sorgt. Die Rollen im Schüler-Unternehmen sind seit Herbst bezogen: Marie als aktive Skirennläuferin hatte die ursprüngliche Idee zu „PoleMotion“, sie ist Geschäftsführerin (CEO). Klara, Caro, Felix und Tobias ergänzen in den Bereichen Finanzen, Chefsekretariat, Produktentwicklung sowie Social Media.

Trotz klarer Idee verlief die Entwicklung nicht ganz linear, ein Besuch bei AVL in Graz brachte wichtigen technischen Input. Anfang April wurde der aus PETG-CF (thermoplastischer Kunststoff) im Laserdrucker hergestellte Halter in Liezen vorgestellt. Die Produktion umfasst bis dato rund 60 Stück, mehr als die Hälfte ist bereits verkauft. Aktuell soll vermehrt Fokus auf den Sommer-Betrieb (Wanderstöcke) gelegt werden, auch will die Junior Company das „PoleMotion“ über den Online-Shop personalisiert anbieten.

Die HAK Liezen hat bereits 2021 den dritten Platz beim Junior-Europawettbewerb belegt, im Vorjahr wurde das BG/BRG Stainach Vizeeuropameister. Das Junior-Company-Programm wird an steirischen Schulen mit Ideen und Einsatz gelebt. „Die Lehrkräfte sind sehr oft der Motor dahinter“, so die österreichweite Projektleiterin Milica Markovic. Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Bildungsminister Christoph Wiederkehr würdigten beim Finale die Leistungen aller Teilnehmer.

Spannung bis zuletzt
Die neun Bundes-Finalisten präsentierten ihre Unternehmen und Produkte mit vollem Einsatz, der zehnköpfigen Fach-Jury wurde es nicht einfach gemacht. „PoleMotion“ war als vorletztes Team an der Reihe, wobei ein ORF-Interview von Marie (als Rennläuferin) und Tobias (quasi als Rainer Pariasek) nachgespielt wurde.

Die Präsentation im Finale erfolgte in (Ski-)Interviewform.
Die Präsentation im Finale erfolgte in (Ski-)Interviewform.(Bild: Peter Bernthaler)

Große Spannung dann beim Verkünden des Ergebnisses: Am Ende wurde es für die Ennstaler der zweite Platz – unter österreichweit mehr als 600 Schülerunternehmen! Die Enttäuschung ist nicht sehr groß, es geht relativ rasch wieder nach Hause, um weiter an der Vermarktung zu arbeiten. Dritter wurde die HTL Dornbirn, der Sieg ging an die HTL Mössingerstraße in Klagenfurt. Die Kärntner dürfen zum Europa-Finale im lettischen Riga.

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