Bauern unter Druck

„Schleuderpreise müssen ein Ende haben“

Innenpolitik
13.03.2026 13:00
Porträt von krone.tv
Von krone.tv

Im krone.tv-Talk spricht der europäische Bauernbund-Präsident Alexander Bernhuber Klartext über die Lage der heimischen Landwirtschaft. Die aktuell gestiegenen Energie- und Düngerpreise, niedrige Milch- und Weizenerlöse sowie billige Fleischimporte setzen die Bauern unter Druck. „Schleuderpreise müssen ein Ende haben – Lebensmittel haben einen Wert“, betont Bernhuber und fordert mehr Fairness im Supermarkt.

„Man merkt es derzeit überall, wie angespannt die Situation ist“, sagt Alexander Bernhuber, Präsident des österreichischen Bauernbundes, über die steigenden Energiepreise durch die geopolitischen Verwerfungen rund um den Iran. Sprit, Diesel, Transport und Dünger – alles werde teurer, gerade jetzt, wo die Aussaat beginne. 

„So günstig gibt es Lebensmittel nirgends“
Bernhuber macht die aktuelle Situation deutlich: Während die Kosten aktuell steigen, bleiben die Preise im Supermarkt gleich. „Bauern haben gestiegene Kosten, doch beim Preis im Regal wird mit dem Daumen jeder Cent gedrückt. Es muss anerkannt werden, welche Produktionskosten wirklich anfallen, und die Supermarktpreise sollten das berücksichtigen“, erklärt er. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Für einen Liter Milch bekommen Landwirte derzeit etwa 50 bis 60 Cent, so Bernhuber. Im Supermarkt koste er mehr als das Doppelte. „Bei Weizen ist der Anteil noch geringer – für eine Semmel bleiben dem Bauern oft nur 1 bis 2 Cent.“

Gleichzeitig betont Bernhuber den Wert von Lebensmitteln: „Der durchschnittliche Österreicher gibt nur rund 11 Prozent seines Einkommens für Essen aus – in den 1960er-Jahren waren es noch über 30 Prozent. So günstig wie in Österreich gibt es Lebensmittel nirgends, und die Qualität ist top.“ Für ihn ist klar: Fairness im Supermarkt ist entscheidend, damit die Landwirtschaft überleben und die Versorgungssicherheit in Österreich gesichert werden kann.

EU-Mandatar Alexander Bernhuber (ÖVP)
EU-Mandatar Alexander Bernhuber (ÖVP)(Bild: krone.tv )

Gleichzeitig warnt der EU-Mandatar vor Abhängigkeiten von Importen: „Wir müssen Resilienz aufbauen und Lebensmittel in Österreich und Europa krisensicher produzieren. Sonst verspielen wir unsere Versorgungssicherheit, gerade wenn Lieferungen aus unsicheren Regionen wie Russland oder dem Nahen Osten nicht verlässlich sind.“ 

Debatte um Fleischersatz: 
Internationale Handelsabkommen setzen die heimischen Betriebe zusätzlich unter Druck. Zum Mercosur-Abkommen sagt Bernhuber: „Wenn billiges Fleisch zu uns kommt, wird es für unsere Landwirte noch schwieriger.“ Und auch die Debatte um vegane Fleischersatzprodukte verfolgt er genau: „Ein veganes Kalbfleisch darf nicht als Kalb bezeichnet werden. Das ist fair gegenüber unserer Landwirtschaft und schützt unsere Betriebe – gleichzeitig wird so vermieden, dass Konsumentinnen und Konsumenten verwirrt werden.“

Den ganzen Talk sehen Sie im Video oben!

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