Der österreichweite Durchschnittspreis für einen Liter Diesel lag am Montag bei 1,959 Euro. Am teuersten war es in Salzburg und Tirol mit durchschnittlich 1,969 Euro. Bei Super lag der Schnitt bei 1,729 Euro pro Liter. Hier waren die Schwankungen in den Bundesländern deutlich höher.
Das geht aus dem Spritpreisrechner der E-Control hervor, der täglich um acht Uhr die Durchschnittspreise des Vortags abbildet. Der industrienahe Think Tank Agenda Austria verwies am Dienstag auf den Anstieg beim CO₂-Preis als Teil des Spritpreises. Bei einem Super-Preis von 1,70 Euro fließen rund 12,5 Cent als Klimaabgabe ins Budget – wobei der CO₂-Preis im Jahr 2022 lediglich bei 6,8 Cent gelegen sei. „Günstiger Sprit wäre politisch einfach: Steuern senken. Doch in der Realität steigen sie“, sagte Agenda Austria-Ökonom Dénes Kucsera. Gleichzeitig warnte er aber vor Preiseingriffen, da billiger Sprit per Gesetz „Knappheit statt Lösungen“ produziere.
Wifo-Chef Gabriel Felbermayr hatte sich bereits zuvor gegen einen Preiseingriff zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. „Ich denke, es müssten die Preise nochmal deutlich stärker steigen, als das schon der Fall ist, dass so etwas gerechtfertigt wäre“, sagte er am Sonntag.
Rohöl seit Kriegsbeginn um 30 Prozent teurer
Der Ölpreis hat am Dienstag unterdessen den Rückgang vom Vorabend fortgesetzt. Am Dienstagmorgen wurde Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im Mai bei 93,14 US-Dollar (umgerechnet rund 80 Euro) je Barrel gehandelt und damit knapp sechs Prozent unter dem Niveau vom Montag. Im Vergleich zu der Zeit vor dem Beginn des Kriegs Ende Februar ist der Rohstoff aber immer noch knapp 30 Prozent teurer.
Rohöl ist der wichtigste Ausgangsstoff für Kraftstoffe. In Raffinerien wird es zu Produkten wie Diesel, Benzin oder Kerosin verarbeitet. Steigt der Preis für Rohöl, erhöhen sich daher auch die Kosten für die Herstellung der Kraftstoffe. Ein Teil des jüngsten Preisanstiegs geht zudem auf Risikoaufschläge an den Märkten zurück: Wenn Händler Versorgungsengpässe oder geopolitische Spannungen befürchten, verteuert sich Öl im Vorhinein. Solche Bewegungen schlagen sich laut dem Online-Portal Statista schnell auf die Preise an den Tankstellen durch.
Flüssiggas aus Katar fällt weg
Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus ist durch den Krieg faktisch zum Erliegen gekommen. Europa ist als großer Ölkonsument besonders verwundbar, US-Energieunternehmen profitieren hingegen, da sie mittlerweile zu den größten Exporteuren von Öl und Gas zählen. Die Schließung der Straße von Hormus wirke sich sowohl auf den LNG-Gasmarkt als auch auf den Gaspreis aus, sagte Johannes Benigni von der Energieberatungsfirma JBC Vienna. Ein Fünftel des weltweiten Flüssiggases käme aus Katar. „Also das sind schon 100 Milliarden Kubikmeter, die allein da wegfallen (...). Das heißt, wir haben keinen guten Ausblick“, sagte Benigni.
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