Nach Weißmann-Aus

Babler: Wunsch nach Frau an der Spitze des ORF

Innenpolitik
09.03.2026 16:13
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Von krone.at

Der Rücktritt von ORF-Chef Roland Weißmann stößt in der Politik mehrheitlich auf Zustimmung. Mehrere Stimmen sprechen sich zudem für eine Frau an der ORF-Spitze aus. Gleichzeitig verlangen Parteien rasche Aufklärung der Vorwürfe und Reformen, um Machtmissbrauch künftig zu verhindern.

Nach dem Rücktritt des ORF-Generaldirektors Roland Weißmann nach Bekanntwerden der Vorwürfe rund um sexuelle Belästigung und einer Mitarbeiterin steht nun die Frage nach der Nachfolge im Raum. Seitens der Politik wurde der Rücktritt mehrheitlich als notwendige Konsequenz eingestuft und eine transparente Nachbesetzung gefordert. 

Medienminister Andreas Babler (SPÖ) sprach von einem „notwendigen Schritt, damit das hohe Ansehen des ORF keinen Schaden nimmt“. Die Entscheidung über die Nachfolge liege zwar beim Stiftungsrat, dennoch würde es dem ORF und der Gesellschaft guttun, wenn künftig eine Frau an der Spitze stehe, so Babler. 

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Wir müssen als Gesellschaft Sexismus und der strukturellen Benachteiligung von Frauen entschieden entgegenwirken. Das gilt auch und insbesondere für den ORF.

Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler

SPÖ-Mediensprecher Klaus Seltenheim betonte, dass mit Ingrid Thurnher eine erfahrene und kompetente Medienmanagerin vorübergehend die Führung des ORF übernehme. Nun gehe es um einen transparenten Prozess zur Bestellung einer neuen Generaldirektorin oder eines neuen Generaldirektors.

Die interimistische Nachfolgerin Ingrid Thurnher mit ihrem Vorgänger Roland Weißmann.
Die interimistische Nachfolgerin Ingrid Thurnher mit ihrem Vorgänger Roland Weißmann.(Bild: APA/ROBERT JAEGER)

Auch Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) schloss sich dem Wunsch nach einer Frau an der ORF-Spitze an. Die Vorwürfe gegen Weißmann würden schwer wiegen, sein Rücktritt sei daher notwendig gewesen. Nun brauche es eine rasche und transparente Aufklärung sowie Schutz für die Betroffenen. Vorrang habe ein sicheres Arbeitsumfeld für Mitarbeiterinnen.

ÖVP zurückhaltend, NEOS fordern Anlaufstelle für Betroffene
Verhaltener reagierte die ÖVP. Mediensprecher Nico Marchetti erklärte, man nehme die Entscheidung Weißmanns zur Kenntnis. Jetzt seien volle Aufklärung und Transparenz entscheidend, weitere Schritte liege beim Stiftungsrat. Die NEOS sehen die Politik gefordert. Im Zuge der geplanten ORF-Reform müssten Strukturen geschaffen werden, die Machtmissbrauch verhindern, sagte Mediensprecherin Henrike Brandstötter. Zudem brauche es eine unabhängige Anlaufstelle für Betroffene. Generalsekretär Douglas Hoyos forderte ein transparentes und objektives Verfahren bei der Bestellung der neuen ORF-Führung.

Medien laut Grünen in der Pflicht, FPÖ will „Totalreform“
Auch die Die Grünen begrüßten den Rücktritt als „richtigen und notwendigen Schritt“, um weiteren Schaden vom ORF abzuwenden. Mediensprecherin Sigrid Maurer forderte eine Unternehmenskultur, die Machtmissbrauch verhindert, Betroffene schützt und ein respektvolles Arbeitsumfeld gewährleistet. Gleichzeitig mahnte sie Politik und Medien zur Verantwortung und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Frau.

Die Freiheitliche Partei Österreichs nutzte die Debatte erneut für die Forderung nach einer „Totalreform“ des ORF. Generalsekretär Christian Hafenecker erklärte, der Sender habe nun die Chance, seine Rolle als „zwangssteuerfinanzierter Regierungslautsprecher“ abzulegen und sich wieder stärker seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu widmen.

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