Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) will mehr Bewusstsein für strukturelle Benachteiligungen von Frauen schaffen. Für ihre Kampagne greift sie auf bewährte Mittel zurück. Parallel dazu sollen geplante Gesetzesvorhaben vorangetrieben werden.
Frauenpolitik sei immer dann erfolgreich gewesen, wenn sie unbequeme Fragen gestellt habe, betonte Holzleitner am Donnerstag bei einer Pressekonferenz anlässlich des bevorstehenden Frauentags am Sonntag. Daher knüpfe man mit einer neuen Kampagne unter dem Titel „Gerecht oder Geschlecht?“ an eine lange Tradition frauenpolitischer Bewusstseinsarbeit an.
Vorgängerinnen als Vorbilder
Die Frauenministerin verwies auf die Kampagne „Ganz Männer machen Halbe-Halbe“ in den 1990er Jahren unter der damaligen Frauenministerin Helga Konrad oder die Frage deren Vorgängerin Johanna Dohnal (beide SPÖ) „Fragen Sie die Männer warum?“. Das seien mehr als PR-Slogans gewesen, sondern wichtige Denkanstöße, meinte Holzleitner.
Frauenrechte werden jeden Tag angegriffen.

Eva-Maria Holzleitner
Bild: Imre Antal
Auch heute noch würden Frauenrechte jeden Tag angegriffen, verwies sie unter anderem auf Einschränkungen beim Abtreibungsrecht, den „Tradwife“-Trend in den USA oder die Entrechtung von Frauen in Afghanistan und in Konflikten weltweit. Neben Maßnahmen wie dem Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen sei auch Bewusstseinsarbeit notwendig. Denn Sicherheit sei nicht nur die Abwesenheit von Gewalt. Auch ökonomische Unabhängigkeit als Basis für ein freies und selbstbestimmtes Leben gehöre dazu.
Valerie Huber als Gesicht der Kampagne
In der Kampagne sollen daher anhand von plakativen Alltagsfragen bestehende Ungleichheiten thematisiert werden. Etwa, dass Frauen immer noch 17,6 Prozent weniger verdienen als Männer, obwohl sie bestens qualifiziert seien und mehr Stunden täglich – viele davon unbezahlt – arbeiten. In den in sozialen Medien sowie auf einer Website veröffentlichten, optisch in rosa-lila gehaltenen Videos stellt die Schauspielerin Valerie Huber dann die Frage: „Gerecht oder Geschlecht?“
Zudem wurde der 2011 ins Leben gerufene Gehaltsrechner aktualisiert. Parallel arbeite man weiter an gesetzlichen Vorhaben, betonte die Frauenministerin. Die Umsetzung der Lohntransparenz-Richtlinie soll bis zum Sommer im Parlament beschlossen werden, bis Mitte des Jahres soll außerdem der Unterstützungsfonds für Alleinerziehende auf den Weg gebracht werden, kündigte sie an. Zudem soll die Gender-Medizin ausgebaut werden und das Sexualstrafrecht weiterentwickelt und verschärft werden.
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