Es ist zwar schon ein paar Jährchen her, aber die Schelte von Eva Deissen werde ich nie vergessen. „Wie kannst du mit einer Waffe im Schützengraben posieren? Krieg spielen überlassen wir bitte den Männern!“ Sagte die Pionierin der österreichischen Frauenbewegung („Ihre Meinung“ erschien von 1980 – 1990 in der „Krone“).
Das Foto, das ihren Missmut erregt hatte, war 1986 in der nicht sehr kritischen Reportage „Mein Tag beim Bundesheer“ erschienen. Das Militär war damals noch eine reine Männerdomäne – Soldatinnen gibt es in Österreich erst seit 1998.
Nun sprechen sich also 64 Prozent – der Männer! – dafür aus, dass auch für Frauen die allgemeine Wehrpflicht kommen soll. In Norwegen und Schweden gibt es sie schon, Dänemark führt sie gerade ein. Immerhin sind auch 26 Prozent der befragten Österreicherinnen der Meinung, dass das fair wäre. Im Gegensatz zur Frauenministerin (SPÖ), zur Verteidigungsministerin (ÖVP) – und zu mir.
Maschinengewehre zu bedienen, im „Leopard“ zu sitzen oder sogar Raketen abzuschießen bringt die Gleichstellung der Frau nämlich keinen Millimeter weiter.
Und apropos Fairness: Für die Gesellschaft leisten Frauen schon mehr als genug. Kinderbetreuung, Hausarbeit, Pflege von Angehörigen. Alles unbezahlt. Solange dieses Ungleichgewicht besteht, kann es bei der Wehrpflicht ruhig auch eines geben.
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