Während rund um den Weltfrauentag erneut über Gleichberechtigung diskutiert wird, rückt im Rahmen der anhaltenden Diskussion zur Wehrdienstreform auch eine alte politische Frage wieder ins Zentrum: Soll die Wehrpflicht in Österreich künftig auch für Frauen gelten? Männer sagen Ja.
Seit 2015 ist die Zahl der aktiven Soldatinnen in Österreich deutlich gestiegen: von 290 auf über 650 im Jahr 2025. „Frauen tragen entscheidend zum Erfolg des Bundesheeres bei. Wir schaffen echte Chancen, öffnen Zugänge und stärken Frauen, die Verantwortung übernehmen wollen“, betont Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.
Angestoßen von den Plänen, den Wehrdienst zu reformieren und in diesem Zuge zu verlängern, kommt immer wieder die Diskussion auf, auch Frauen zum Wehrdienst zu verpflichten. Die Österreicher sind in dieser Frage gespalten.
Denn eine repräsentative Umfrage des Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD), die von der „Krone“ in Auftrag gegeben wurde, ergibt nur eine knappe Mehrheit gegen eine Wehrpflicht für Frauen: Insgesamt spricht sich knapp die Hälfte der Befragten (45 Prozent) dafür aus, die Wehrpflicht auch auf Frauen auszuweiten. 21 Prozent sind „unbedingt“ dafür, weitere 24 Prozent „eher“ dafür. Dem gegenüber stehen 52 Prozent, die eine Wehrpflicht für Frauen ablehnen – 28 Prozent davon sogar strikt.
Großer Unterschied zwischen Männern und Frauen
Besonders deutlich ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: 64 Prozent der Männer befürworten eine verpflichtende Einberufung für Frauen, bei Frauen selbst sind es nur 26 Prozent. Insgesamt sprechen sich 70 Prozent der Frauen gegen eine Wehrpflicht aus.
Es ist ein deutlicher Auffassungsunterschied zu erkennen. Fast zwei Drittel der Männer wollen Frauen zum Wehrdienst verpflichten – was diese klar ablehnen.

IFDD-Chef Christoph Haselmayer
Bild: Christian Jauschowetz
Auch das Alter spielt eine Rolle: Unter 30-Jährige zeigen mit 43 Prozent die höchste Zustimmung zu einer verpflichtenden Einbindung von Frauen, bei den über 50-Jährigen sind es nur 17 Prozent.
Bei Modellfrage sind Österreicher gedrittelt
Falls eine Wehrpflicht für Frauen tatsächlich eingeführt würde, bevorzugt die Bevölkerung unterschiedliche Modelle. 34 Prozent sprechen sich für eine völlig gleiche Verpflichtung wie bei Männern aus. Fast ebenso viele (33 Prozent) würden eine Wehrpflicht mit Ausnahmen – etwa bei Betreuungspflichten – unterstützen.
Ein reines Freiwilligenmodell findet ebenfalls beträchtliche Zustimmung: 28 Prozent würden lieber auf Freiwilligkeit setzen, allerdings mit stärkeren Anreizen für Frauen. Das Bundesheer fördert Frauen bereits durch Initiativen wie unter anderem den Girls’ Day zur Berufsorientierung, die Sichtbarmachung weiblicher Vorbilder über die LEA Role Model Initiative sowie durch Förderprogramme wie Soldatinnen-Mentoring, ressortübergreifendes Cross-Mentoring für Führungspositionen und das Pilotprojekt „Führung weiblich gedacht“ zur Stärkung von Frauen in Leitungsfunktionen.
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