EZB „muss reagieren“

Krieg im Iran könnte für Häuslbauer teuer werden

Wirtschaft
05.03.2026 10:32
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Von krone.at

Der Krieg im Nahen Osten könnte bald direkte Folgen für Millionen Kreditnehmer in Europa haben – auch für viele Häuslbauer. Der Wiener Ökonom Gabriel Felbermayr warnt, dass der Konflikt mit dem Iran die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank unter Druck setzen könnte. Zinssenkungen seien wohl vom Tisch – im Extremfall könnte sogar eine Erhöhung der Leitzinsen notwendig werden.

Ein länger anhaltender Krieg in der Region könnte laut Felbermayr eine Reaktion der Notenbank erzwingen. „Wenn der Iran-Krieg nicht schnell vorbeigeht, muss die EZB reagieren“, sagte der Direktor des Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) dem „Handelsblatt“.

Energiepreise erhöhen den Druck
Der Ökonom sieht vor allem steigende Energiepreise als Problem. Die bisherige Strategie vieler Zentralbanken, kurzfristige Energiepreisschocks zu ignorieren und sich stärker auf langfristige Inflationsprognosen zu konzentrieren, hält er für überholt.

Das Balkendiagramm zeigt die größten Sorgen in Österreich nach einem Angriff auf den Iran. 79 % erwarten einen steigenden Ölpreis, 77 % höhere Inflation und 68 % eine steigende Terrorgefahr. Weniger häufig genannt werden ein dritter Weltkrieg mit 25 % und Gleichgültigkeit mit 16 %. Quelle: Market.
Der nächste Zins-Schock droht: Der Krieg im Nahen Osten könnte Kredite wieder verteuern.
Der nächste Zins-Schock droht: Der Krieg im Nahen Osten könnte Kredite wieder verteuern.(Bild: Daniel Ernst - stock.adobe.com)

„Klar ist: Die alte Maxime, kurzfristige Energiepreisschocks einfach zu ignorieren und sich auf langfristige Inflationsprognosen zu verlassen, ist gescheitert und wäre jetzt brandgefährlich“, sagte Felbermayr.

Zinserhöhungen stehen im Raum
Für die EZB könnten Zinserhöhungen daher wieder zu einem Thema werden. „Zinserhöhungen dürften für die EZB kein Tabu sein, wenn es hart auf hart kommt“, so Felbermayr.

Die Notenbank hatte den Leitzins zuletzt im Februar unverändert gelassen, zugleich aber ihre Flexibilität angesichts der geopolitischen Unsicherheiten betont. Nach dem Ausbruch des Nahost-Krieges Ende Februar und dem Anstieg der Energiepreise erscheint diese Haltung nun in einem neuen Licht.

Viele Experten rechnen zwar weiterhin damit, dass die EZB vorerst abwartet. Perspektivisch könnte der nächste Zinsschritt jedoch nach oben gehen.

Schlechte Nachrichten für Häuslbauer
Für Immobilienkredite wären steigende Leitzinsen eine schlechte Nachricht. Höhere Leitzinsen verteuern in der Regel auch Wohnbaukredite, insbesondere bei variablen Finanzierungen.

Gerade in Österreich sind viele Hausbauer und Wohnungseigentümer von den Entwicklungen am Zinsmarkt abhängig. Die Hoffnung vieler Kreditnehmer auf sinkende Zinsen könnte sich daher zerschlagen.

Felbermayr verweist darauf, dass die Diskussion zuletzt noch in eine andere Richtung gegangen sei. Angesichts der schwachen Konjunktur in Europa wurde vielfach über mögliche Zinssenkungen spekuliert. „Das ist jetzt jedenfalls vom Tisch, hoffe ich“, sagte der designierte deutsche Wirtschaftsweise.

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