Völlig zufällig hat eine Biologie-Doktorandin eine bisher noch unbekannte Fischart in einem Brunnen entdeckt. Der Mini-Fisch kann einem aber fast leidtun: Er hat kein Schädeldach, ist durchsichtig und komplett blind. Der winzige Fisch lebt unter der Erde im Grundwasser.
Fische, die im Grundwasser abseits von Höhlen leben, sind für Forschende nur schwer zu erreichen und werden oft nur zufällig entdeckt. So war es auch diesmal. Den Mini-Fisch Gitchak nakana fand Biologie-Doktorandin Wimarithy Marak beim Wasserholen „in einem selbst gegrabenen Brunnen“ im Nordosten Indiens, schildert Ralf Britz von den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen in Dresden.
„Ganz besonderer Fund“
„Ich war mir direkt sicher, dass es sich hier um einen ganz besonderen Fund handelt“, erzählt Britz, der den nur zwei Zentimeter großen Fisch zum ersten Mal 2024 auf einer Forschungsreise in der Region gesehen hat. Und er sollte Recht behalten. „Die winzige, blinde Schmerle ist so einzigartig, dass sie nicht nur eine neue Art, sondern sogar eine neue Gattung repräsentiert“, erklärt der Experte in einer Aussendung. Schmerlen sind Süßwasserfische und eine Unterart der Karpfenartigen.
Der Gitchak nakana weist typische Merkmale von unterirdisch lebenden Tieren auf. Er hat extrem rückgebildete Augen, kann nichts sehen, hat einen blassen, transparenten Körper und verlängerte Körperanhänge. Doch am spannendsten ist ein Detail, das bisher noch nie bei einer Schmerle beobachtet wurde. „Die Tiere besitzen kein knöchernes Schädeldach. Das Gehirn wird nach oben lediglich durch Haut geschützt“, erklärt Britz.
Fund ist Meilenstein
Die Entdeckung des Mini-Fisches ist ein Meilenstein und wurde im Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlicht. Der Gitchak nakana ist nämlich die erste bekannte Schmerle der Region, die im Grundwasser lebt und gleichzeitig der erste Fisch aus Nordostindien, der in wasserführenden Gesteinsschichten tief im Untergrund lebt. In Indien sind 21 unterirdische Fischarten bekannt, weltweit liegt das Land damit auf Platz vier in Bezug auf die Artenvielfalt.
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