Die EU wird den Mercosur-Deal in Kürze in Kraft setzen. Das hat Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag bekannt gegeben. Möglich ist das, weil erste Länder in Südamerika den umstrittenen Handelspakt bereits ratifiziert haben.
Im Jänner hatte der Europäische Rat die Kommission ermächtigt, das Abkommen ab der ersten Ratifizierung durch ein Mercosur-Land vorläufig anzuwenden. Da Uruguay und Argentinien dies am Donnerstag getan haben, war nun auch der Weg für die EU frei.
Schritt wurde „intensiv“ besprochen
„Auf dieser Grundlage wird die Kommission nun mit der vorläufigen Anwendung fortfahren“, erklärte von der Leyen dazu auf Twitter. Den Schritt habe sie zuvor „intensiv“ mit den Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Parlament besprochen.
Prüfung dauert noch an
Die vorläufige Anwendung des Freihandelsabkommens bedeutet, dass bereits Zölle zwischen der EU sowie Uruguay und Argentinien wegfallen, obwohl noch eine Überprüfung des Paktes durch den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) aussteht. Erst wenn diese abgeschlossen ist, kann der Pakt formell in Kraft treten. Wie lange die Richter in Luxemburg dafür brauchen, ist unklar. Die Überprüfung dürfte aber noch mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Gegner des Abkommens kritisieren, es sei so angelegt, dass die Freihandelsabsprachen von Mitgliedstaaten nicht mit Einstimmigkeitsprinzip angenommen werden mussten. Zudem wird befürchtet, dass EU-Standards bei Verbraucherschutz, Umwelt und Tierwohl beeinträchtigt werden könnten – was die EU-Kommission allerdings kategorisch zurückweist.
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