Ryanair-Chef beim Land

Fällt Steuer, werden Passagierzahlen verdoppelt

Kärnten
26.02.2026 13:02

Flughafen-Geschäftsführer Maximilian Wildt nutzt den Besuch von Österreichs Ryanair-Chef Andreas Gruber, um selbst mitLHstv. Gruber und Sebastian Schuschnig über die Zukunft des Flughafens zu sprechen. Schafft Österreich die Luftverkehrssteuer ab, würde Ryanair nämlich in Klagenfurt ausbauen...

Es gibt viele neue Neuigkeiten am Flughafen Klagenfurt und Ryanair-Chef Andreas Gruber spielt dabei eine große Rolle. „Wir kämpfen jetzt seit sechs Jahren um die Abschaffung der Luftverkehrssteuer, die kurioserweise nach Ende der Corona-Pandemie, als über den Wolken fast Stillstand war, um 60 Prozent erhöht wurde. Heute macht sie pro Person 12 Euro aus, das ist ein großer Nachteil für Österreich. Es ist sogar ein Viertel des Ryanair-Tarifs, der im Durchschnitt 50 Euro für ein Ticket ausmacht“, sagt Gruber. „Die Slowakei hat so eine Abgabe nicht, ebenso Ungarn, Schweden und fast ganz Italien.“

Am Flughafen Klagenfurt wird umgebaut.
Am Flughafen Klagenfurt wird umgebaut.(Bild: Uta Rojsek-Wiedergut)

Ryanair hat Zuckerln für Airport Klagenfurt
Während Triest damit extrem wächst und Kroatien im Sommer mit 118 Strecken den umfangreichsten Flugplan aller Zeiten hat, steht Österreich still. „Ryanair ist die größte europäische Fluglinie, fliegt 37 Länder an und ist auf 230 Flughäfen stationiert. Wir setzen 600 Flieger ein und haben eben erst 300 weitere bestellt. Ryanair hat 208 Millionen Fluggäste im Jahr. Wir sind die einzigen, die derzeit wachsen und wollen auf 300 Millionen Passagiere hochklettern“, sagt Gruber. Auf Österreich fallen davon sieben Millionen Passagiere. Ryanair würde diese Zahl gerne in fünf Jahren auf zwölf Millionen Passagiere steigern.

Weil die Luftverkehrssteuer blieb, hat Ryanair im Vorjahr in Österreich eine Million Sitzplätze gestrichen und fünf Flugzeuge abgezogen. Bleibt die Regierung stur, geht es wohl so weiter. „Die Einnahmen aus der Luftverkehrssteuer sind 150 Millionen Euro im Jahr. Verzichtet Verkehrsminister Hanke im neuen Doppel-Budget darauf, würde er viel mehr zurückerhalten.“

Von den Kosten her hat Klagenfurt Nachteil
„Wir würden bei allen Regional-Flughäfen erweitern – in Klagenfurt die Passagierzahl sogar verdoppeln. Derzeit sind es 100.000“, sagt Gruber. Damit wäre auch Geschäftsführer Maximilian Wildt von vielen Problemen erlöst. Polen oder Skandinavien könnten zusätzlich angeflogen werden.

Derzeit hat Ryanair den Alicante-Flug gestrichen, dafür London von zwei auf drei Flüge erhöht, fünfmal geht es im Sommer nach Palma de Mallorca. „Berät Ryanair in Europa über neue Strecken, entscheiden immer die Kosten an den Flughäfen. Da hat Klagenfurt wie die anderen österreichischen Airports einen Nachteil.“

Am Donnerstag treffen Wildt und Gruber auf VP-Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber und Sebastian Schuschnig, um der Forderung Nachdruck zu verleihen.  „Wir haben schon mit vielen Landesregierungen gesprochen“, sagt Gruber. „Im Vorjahr haben übrigens die zuständigen Landesräte aus allen neun Bundesländern die Abschaffung der Luftverkehrssteuer gefordert.“

Mit der Auslastung ab Klagenfurt ist Ryanair voll zufrieden. „Wir haben im Schnitt 94 Prozent.“ Das Angebot an Anbietern wird in Europa in den nächsten Jahren kleiner werden, weil viele Billigfluglinien neue Partner suchen. „Die Kosten werden sich geringfügig steigern.“ 

Grünes Licht für Kärnten gäbe es mit dem Abschaffen der Steuer.
Grünes Licht für Kärnten gäbe es mit dem Abschaffen der Steuer.(Bild: Uta Rojsek-Wiedergut)

Hannover gefallen, mehr Plätze nach Wien
In Klagenfurt wird der Flug nach Hannover heuer nicht mehr angeboten, „dafür haben wir um Köln erweitert“, sagt Wildt. Die AUA baut ab April die Strecke nach Wien auf elf Flüge pro Woche aus; der Morgenflug bleibt. „Die Maschinen werden größer. Im Vorjahr haben wir 2200 Plätze angeboten, heuer 2640“, sagt Wildt.

Auch der Umbau am Flughafen geht voran. Klagenfurt durchläuft 2026 ein Jahr der Erneuerung mit umfassenden Infrastrukturprojekten, darunter ein neuer BMI-Hubschrauberstützpunkt, ein moderner Hangar und ein Business-Terminal. Mit 9,5 Millionen Euro Investitionssumme werden das Terminal modernisiert, der Gate-Bereich flexibel als Eventfläche umgebaut und 420.000 m² Fläche für Ansiedlungen entwickelt.

Der Gerichtsstreit mit Vorbesitzer Lilihill hat mit den laufenden Projekten nichts zu tun. Ein Hotel und Supermarkt sollen gebaut werden. „Im März werden die ersten Pachtflächen vergeben“, erzählt Wildt. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den Flughafen als Wirtschafts- und Tourismusstandort zu stärken und die Kapazitäten für Passagiere zu erhöhen. 

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